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Fachkräftemangel in vielen Branchen – das sind die Ursachen für die unbesetzten Stellen

In unterschiedlichen Berufen lässt sich der Mangel an gut ausgebildetem Personal nicht mehr leugnen. Oftmals wird dafür die Corona-Krise als Auslöser angesehen. Ganz falsch ist dieser Verdacht sicherlich nicht – es ist jedoch auch nicht die ganze Wahrheit.

Fachkräftemangel Ursachen

In vielen Branchen gibt es noch weitere Gründe, die dazu führen, dass gute Mitarbeiter zu einem seltenen Gut reifen. Im folgenden veranschaulichen wir die Ursachen für den Fachkräftemangel.

Fachkräftemangel Ursachen: Die Gesellschaft wird immer älter

Der Einfluss der Alterspyramide weitet sich aus. In unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wird zunehmend deutlich, dass sich die Menschen bei oftmals guter Gesundheit einer langen Lebensspanne erfreuen. Das sollte eigentlich eine positive Nachricht sein – und ist es natürlich auch. Dennoch sind damit durchaus negative Konsequenzen verbunden: Es entstehen Ursachen für den Fachkräftemangel. Denn je größer der Anteil vermeintlich älterer Menschen wird, desto mehr sinkt die Zahl der berufstätigen Bürger. Zugleich nimmt die Geburtenrate drastisch ab. 

Ebenso lässt sich die Ursache für den Fachkräftemangel nicht übersehen, dass es unter den gut ausgebildeten Personen eine vergleichsweise hohe Tendenz gibt, in andere Länder auszuwandern, da sie dort oftmals bessere Arbeitsbedingungen vorfinden. Auf Sicht mehrerer Dekaden sind die sich daraus ergebenden Folgen fatal: Der Fachkräftemangel mag heute bereits erkennbar sein – welch zerstörerisches Potenzial er tatsächlich besitzt, wird aber wohl erst in einem oder in zwei Jahrzehnten deutlich.

Die Angestellten gehen eher in den Ruhestand

Sicherlich ist die steigende Zahl älterer Menschen ein Segen für die Gesellschaft. Immerhin weisen Rentner ein hohes Maß an Lebenserfahrung auf. Nach mehreren Jahrzehnten in ihrem Beruf gelten sie zudem als fachkundig. Menschen ab dem 50. Lebensjahr wären daher gut geeignet, um als Lehrer und Mentor zu fungieren, der Auszubildende und junge Arbeitskräfte in den Job einführt. Zugleich bringt diese Altersgruppe genügend Know-how mit, um schwierige Aufgaben zu erledigen, für die manch aufstrebendem Talent noch das Fingerspitzengefühl fehlt. 

Daher ist es schade, dass ältere Kollegen immer früher in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen und so eine Ursache für den Fachkräftemangel entsteht. Oftmals verlassen sie ihren Posten bereits vor dem 65. oder sogar vor dem 60. Geburtstag. In den Unternehmen hinterlassen sie damit eine Lücke, die kaum zu schließen ist. Vielen Branchen gehen auf diese Weise unschätzbare Wissens- und Erfahrungswerte verloren.

Das Studium ist beliebter als die Ausbildung

Doch nicht alleine den älteren Menschen gilt der Blick, wenn man Ursachen für den Fachkräftemangel finden möchte. Vielmehr ist es wichtig, dabei auch die nachfolgenden Generationen zu betrachten. Personen, die sich heute im 15. oder 20. Lebensjahr befinden, wachsen in einer Welt auf, die eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, in deren Genuss frühere Geburtenjahrgänge nicht gekommen sind. 

Das Selbstbewusstsein, das Schulwissen, ebenso aber die Ansprüche junger Menschen erreichen gegenwärtig ein sehr hohes Niveau. Da verwundert es nicht, dass das Studium in dieser Altersgruppe sehr beliebt ist. In jedem Falle ist es beliebter als die herkömmliche Ausbildung. Auch darin ist ein Grund zu sehen, warum es in vielen Branchen und Betrieben mittlerweile schwer ist, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. Langfristig gedacht sinkt die Zahl junger Fachkräfte, die ihrem Beruf über Jahrzehnte hinweg erhalten bleiben.

Fachkräfte sind heiß umworben

Natürlich finden auch weiterhin junge Leute ihren Weg in die unterschiedlichen Jobs, Unternehmen und Verbände. Doch Vorsicht: Wo Mitarbeiter in früheren Jahren ihrem Arbeitgeber oft über eine lange Zeit hinweg die Treue gehalten haben, da ist das häufige Wechseln des Betriebes heutzutage keine Seltenheit mehr. Denn je weniger Fachkräfte es auf dem Markt gibt, desto mehr sind diese umworben. Dem gut ausgebildeten Personal, das sich über Spezialisierungen und Weiterbildungen vom durchschnittlichen Angestellten der Branche abhebt, stehen meist zahlreiche Türen offen. Längst ist der Sprung vom kleinen Handwerksbetrieb in global agierende Konzerne keine Utopie mehr. Auch ohne Abitur und Studium lässt sich heute eine erfolgreiche Karriere absolvieren. 

Der Umkehrschluss daraus ist eine weitere Ursache für den Fachkräftemangel: Wo immer Industrie und Wirtschaft um die Fachkräfte buhlen, da haben mittelständische Firmen in der Regel das Nachsehen. Langfristig können freie Positionen nicht mehr besetzt werden.

Fachkräftemangel Ursachen: Die Unternehmen betreiben zu wenig Eigenwerbung

Doch wenn eine Ausbildung als Sprungbrett für eine erfolgreiche Karriere genutzt werden kann, warum schlagen dann nicht mehr Jugendliche diesen Weg ein? Wenn freie Posten für lange Zeit unbesetzt bleiben, warum entscheiden sich dann nicht mehr Fachkräfte für die gute berufliche Perspektive, die sie dort vorfinden? Fragen, mit denen sich viele Verbände und Firmen gegenwärtig herumplagen. Die vereinfachte Antwort lautet: Weil diverse Betriebe zu wenig Werbung betreiben. Sie schaffen es nicht, für angehende Lehrlinge und junge Kollegen sichtbar zu sein und mit diesen in Kontakt zu treten. Es gelingt ihnen nicht, die Vorteile und Alleinstellungsmerkmale des eigenen Jobs herauszustreichen, um so für die nachfolgenden Generationen attraktiv zu werden. Das vorhandene Potenzial wird damit leider zu oft verschwendet und eine weitere Ursache für den Fachkräftemangel ist gefunden.

Der Fachkräftemangel mag diverse Ursachen haben. Doch einige von ihnen lassen sich mit gutem Willen durchaus beheben.

Geschrieben von

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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