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Unternehmensgeschichte: Die Entstehung der eigenen Firma richtig in Szene setzen

Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte. Es ist diese Historie, die es zu dem macht, was es ist: Werte, Grundsätze, Visionen und Ziele haben sich daraus entwickelt. 

Zahlen, Daten und Fakten spielen für die Unternehmensgeschichte zwar auch eine Rolle, aber ausschlaggebend ist, dass Sie die Geschichte Ihres Unternehmens lebendig gestalten. Ob als Interview, Graphic Novel oder Zeitstrahl: Das hängt von Ihrer Zielgruppe ab. Jeder liebt gute Geschichten. Erzählen Sie ihren Usern und Userinnen, Ihren Kunden und Kundinnen eine Geschichte, die sie berührt. Die Eckpunkte liefern die Daten und Fakten der Unternehmensgeschichte – der Rest hat Herz und Gefühl. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Warum die Unternehmensgeschichte erzählen?

Geschichten sind eingängig. Erinnern Sie sich an das letzte gute Buch, das Sie gelesen haben? Sie haben mit Ihrer Lieblingsfigur gelacht und geweint. Ihnen lief eine Gänsehaut den Rücken hinauf bis in den Nacken, wenn es brenzlig wurde. Sie hatten in gewissen Situationen rote Ohren und haben sich vielleicht vor Spannung die Unterlippe aufgebissen. Geschichten bewegen Menschen. Menschen identifizieren sich mit Geschichten. Geben Sie Ihren Usern und Userinnen also die Gelegenheit, sich mit Ihren Produkten und Dienstleistungen, mit Ihrem Unternehmen zu identifizieren. Lassen Sie sie teilhaben an der spannenden, abwechslungsreichen Unternehmensgeschichte. Das stärkt die Marken-Awareness. Es baut Vertrauen auf und macht Ihr Unternehmen glaubwürdig.

Moment mal: Warum muss die Unternehmensgeschichte abwechslungsreich sein? Zählt man gewöhnlich nicht nur die Erfolge auf? Unternehmen sind doch Gewinner! Richtig und falsch. Unternehmensgeschichten sind selten geradlinig, und sie sind fast nie reine Erfolgsgeschichten. Es ist völlig normal, dass es Rückschläge gab. Umsatzschwache Jahre, gefloppte Produkte, total peinliche Designs, das gehört dazu. Geben Sie Ihren Kunden und Kundinnen die Chance, mit Ihnen und Ihrem Unternehmen um den Erfolg zu fiebern. Lassen Sie sie die Trauer über eingestellte Produktlinien spüren. Jedes gute Buch, jeder Blockbuster lebt von der Abwechslung!

Verschiedene Formate für die Unternehmensgeschichte nutzen

Die Unternehmensgeschichte gehört, wenn sie gut ausgearbeitet ist, auf die Website Ihres Unternehmens. Immer dran denken: Eine Website ist keine Bleiwüste, um einen Begriff aus dem Buchdruck zu bemühen. Warum sollte da nur Text stehen? Ihre User und Userinnen wollen mit ihrer Unternehmensgeschichte unterhalten sein! Sie können eine Unternehmensgeschichte wunderbar entlang eines Zeitstrahls erzählen. Alte Fotografien, ein paar Grafiken, Abbildungen ikonischer Produkte gehören dazu. Ihr Unternehmen gibt es schon länger? Lassen Sie die Bilder laufen lernen! Das ein oder andere kurze Video darf auch bei der Unternehmensgeschichte dabei sein.

Wichtig ist, dass Sie ein Format finden, mit dem Ihre Zielgruppe gut umgehen kann. Es gibt keine Vorschrift, wie genau Sie Ihre Unternehmensgeschichte erzählen. Das kann in Form von kurzen Sätzen sein. Es kann allein mit Bildern sein. Aber auch Diagramme eignen sich. Und manche Zielgruppen lieben Zeichnungen. Finden Sie die Form ihrer Unternehmensgeschichte, die zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Zielgruppe passt.

Schrittweise vorgehen

Eine Unternehmensgeschichte schreibt sich nicht in einer halben Stunde. Nehmen Sie sich die Zeit, planvoll und schrittweise vorzugehen. Sie machen sich Notizen, bevor Sie sich an die Erstellung der eigentlichen Unternehmensgeschichte setzen. Einige Fragen leiten Sie durch Erstellung der Eckpunkte:

  • Am Anfang steht immer eine Idee. Aus welcher Idee heraus haben Sie das Unternehmen gegründet?
  • Wann und in welcher Form haben Sie Ihr Unternehmen gegründet?
  • An welche wichtigen Schritte erinnern Sie sich? Das können besonders tolle oder besonders schlechte Produkte und Dienstleistungen sein, inspirierende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, ein kurioser Unternehmens-Standort (nicht zwangsläufig eine Garage …) oder eine inspirierende Fortbildung sein.
  • Wie haben Sie die Anfangszeit erlebt? Welche Sorgen hat Ihnen Ihr pubertierendes Unternehmen bereitet?
  • Gab es Zweifel und Schwierigkeiten?

Haben Sie diese Fragen alle kurz beantwortet, steht die Struktur Ihrer Unternehmensgeschichte schon fest. Jetzt haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können sich interviewen lassen. Das Ergebnis wird ein Text sein, sich aber viel spannender lesen als ein Fließtext. Die Unternehmensgeschichte wird durch den Interview-Stil lebendiger. Und sie bekommt mehr Glaubwürdigkeit. Denn Ihre User und Userinnen werden Ihnen ganz automatisch unterstellen, dass Sie einfach nur auf Fragen antworten.

Aber vielleicht wollen Sie auch einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin interviewen, die die Unternehmensgeschichte aus ihrer Perspektive erzählen? Ein Kunstgriff, der abhängig von der Zielgruppe sehr witzig wirken kann: Eine neutrale Person fungiert als Interviewer und lässt sich die Unternehmensgeschichte von Ihrem ältesten Produkt erzählen. Andere fiktive Settings sind natürlich auch denkbar.

Gespräch statt Interview

Frage-Antwort-Spiele mag nicht jeder. Und nicht jedes Unternehmen wird von einer einzelnen Person gegründet. Vielleicht wollen Sie die Unternehmensgeschichte als Podcast erzählen. Das Audioformat eignet sich besonders gut, um ein Gespräch zwischen zwei oder mehr Unternehmensgründern oder -gründerinnen wiederzugeben. Erinnern Sie sich gemeinsam an die ersten Jahre, gehen Sie die Eckpunkte des Unternehmens durch.

Anstelle eines Gesprächs darf es auch eine Rahmenerzählung sein, oder … Sie merken: Es gibt ganz viele Möglichkeiten. Jede nur denkbare literarische Form eignet sich, um eine Unternehmensgeschichte zu erzählen. Und jedes Medium, das bei Ihrer Zielgruppe gut ankommt, passt. Es sollen schon Unternehmensgeschichten (Vorsicht, Rückblende in die 1990er Jahre!) als Foto-Story nach Vorbild der Bravo-Lovestories erzählt worden sein. Und als Insta-Story.

Die Unternehmensgeschichte: Eine runde Sache!

Am Ende ist wichtig, dass die Unternehmensgeschichte Ihr Unternehmen authentisch präsentiert. Selbstbeweihräucherung ist genauso deplatziert wie Bescheidenheit. Wussten Sie, dass die meisten Geschichten bis heute nach Form des klassischen griechischen Dramas aufgebaut sind? Nach einer Einleitung bewegt sich alles auf einen Höhepunkt zu. Dabei kommt es immer wieder zu Rückschlägen, die dem Helden oder der Heldin das Leben schwer machen. Erst kurz vor Ende wird alles aufgelöst, die Konflikte zerstreuen sich – happy end! Und bevor Sie jetzt einen ganzen Roman schreiben: Das lässt sich in fünf Sätzen erledigen. Weniger geht nicht, denn das klassische Drama ist ein Stück in fünf Akten.

Geschrieben von

Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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