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Remote Leadership: Das Führen auf Distanz erfordert mehr als nur Vertrauen

Flexible und mobile Arbeitsformen gewinnen für die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden immer stärker an Bedeutung. Durch die Corona-Krise hat sich dieser Trend nochmals verstärkt. Viele Firmen haben in der Pandemie erstmals Homeoffice auf breiter Basis eingesetzt – und dabei gelernt, Remote Leadership zu praktizieren.

Remote Leadership

Mit der Führung auf Distanz sind für Führungskräfte Chancen, aber auch Herausforderungen verbunden. Sieben Erfolgsfaktoren entscheiden über Effektivität und Qualität der virtuellen Führung. Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit dem Thema Remote Leadership und erläutert, wieso das Führen auf Distanz mehr als nur Vertrauen fordert.

Was ist Remote Leadership?

Remote Leadership ist ein direktes Produkt der Digitalisierung. Die physische Präsenz im Unternehmen ist nicht mehr unbedingt erforderlich. Moderne digitale Kommunikationsmittel ermöglichen die virtuelle und ortsunabhängige Zusammenarbeit von Teams. Wenn die Teammitglieder von verschiedenen Standorten aus miteinander kommunizieren und kollaborieren, wird dies im Englischen als „remote work“ – Arbeit auf Distanz – bezeichnet. Damit diese Arbeitsform gelingt, müssen Führungskräfte in der Lage sein, ihre Mitarbeitenden auch virtuell zu führen. Remote Leadership ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Unternehmen ihre digitalen Strategien in der Praxis realisieren können.

Chancen und Herausforderungen virtueller Führung

Mit Remote Leadership sind für Führungskräfte und Teammitglieder Vorteile und Chancen, aber auch einige Herausforderungen verbunden.

Zu den Vorteilen von Remote Work und Remote Leadership gehören:

  • Örtliche und zeitliche Flexibilität
  • Möglichkeiten zur Anwendung unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle (Teilzeit, Homeoffice, Mobile Work)
  • Höhere Eigenverantwortung der Mitarbeitenden, stärkere Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten
  • Flexible Gestaltung von Teamstrukturen
  • Unterstützung von agilen Arbeitsformen
  • Zentraler Zugriff auf die Ressourcen und Wissensbestände des Unternehmens
  • Entwicklung einer starken Vertrauenskultur
  • Steigerung von Motivation, Leistungsbereitschaft und Arbeitszufriedenheit
  • Höhere Produktivität
  • Kostenreduktion im Hinblick auf Fahrtkosten, Büroräume/Büroausstattung und Arbeitsmaterialien
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und privaten Leben

Diesen Chancen stehen die folgenden Herausforderungen gegenüber, auf die Remote Leadership reagieren muss, wenn Produktivität und Motivation der Teammitglieder nicht leiden sollen:

  • Beschränkungen der Kontrollfunktion von Führungskräften
  • Weniger Stabilität und Sicherheit der Mitarbeitenden
  • Isolationsgefühle – vor allem dann, wenn dauerhaft im Homeoffice gearbeitet wird
  • Unsicherheiten im Hinblick auf Prioritäten, Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Geringerer Teamzusammenhalt
  • Gefahr von Missverständnissen und Konflikten durch die digital vermittelte Kommunikation
  • Höhere Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeitende im Hinblick auf Vertrauen, Kommunikation und digitale Medienkompetenz
  • Durch die räumliche Distanz erschwerte Feedback- und Leistungsbeurteilungsprozesse

Sieben Erfolgsfaktoren für Remote Leadership

Für ortsunabhängiges Arbeiten und virtuelle Führung müssen Unternehmen und Führungskräfte entsprechende Voraussetzungen schaffen – die folgenden sieben Faktoren sind für die Umsetzung von Remote Leadership erfolgsentscheidend:

1. Digitale Tools und Software

Ohne digitale Tools und die richtige Software lassen sich Remote Work und Remote Leadership nicht realisieren. Digitale Chats, Video-Tools, auf die Teamaufgaben abgestimmte Projektmanagement-Software sowie sichere, zuverlässige und leistungsfähige Cloud-Lösungen für das Speichern und Teilen von Daten sind für virtuelle Teams ein Muss.

2. Digitale Medienkompetenz als Erfolgsfaktor für Remote Leadership

Die Zusammenarbeit in virtuellen Teams erfordert digitale Medienkompetenz. Dabei geht es um technische Aspekte, einen zielgerichteten Medieneinsatz, aber auch um ein auf die digitalen Medien abgestimmtes Kommunikationsverhalten. Führungskräfte stehen in der Pflicht, ihren Mitarbeitenden bei Bedarf entsprechende Schulungen und Trainings anzubieten. In der digital gestützten Kommunikation übernehmen sie wichtige Moderationsfunktionen.

3. Wissensvermittlung und Wissensmanagement

Remote Leadership erfordert, die Wissensvermittlung innerhalb des Teams sowie das Wissensmanagement im Unternehmen abzusichern. Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass alle Teammitglieder sich auf dem gleichen – und aktuellen – Wissensstand befunden. Hierzu gehört auch eine individuell gestaltete und bedarfsgerechte Weiterbildung.

4. Konkrete Ziele, klare Regeln

Auch Remote Leader müssen ihren Mitarbeitenden Orientierung geben. Erforderlich hierfür sind konkrete Ziele sowie klare Regeln. Ebenso wichtig sind Vereinbarungen über die persönliche Erreichbarkeit der Teammitglieder, das Festlegen von Verantwortlichkeiten, Terminabsprachen und Vorgaben für die Vorbereitung und Durchführung von Meetings.

5. Empathie

Remote Leadership funktioniert auf Dauer nur, wenn sie nicht nur durch fachliche und technische Kompetenz, sondern auch durch menschlich positive Beziehungen getragen wird. Soziale Schlüsselkompetenzen virtueller Führungskräfte sind Empathie und Sensibilität. Auch in virtuellen Teams sind persönliche Anerkennung und Wertschätzung aller Mitarbeitenden von Bedeutung. Manager, die Arbeitsgruppen in verschiedenen Ländern führen, müssen außerdem auf kulturelle Unterschiede und gegebenenfalls auch auf Zeitverschiebungen Rücksicht nehmen.

6. Kommunikation

Durch häufige Kommunikation mit ihren virtuellen Teammitgliedern stellen Führungskräfte zum einen sicher, dass eine klare Definition von Aufgaben und Prozessen möglich ist. Unklarheiten, Produktivitätshindernisse und Konflikte können hierdurch gut vermieden werden. Andererseits sorgen sie mit ihrer Kommunikation dafür, dass der persönliche Kontakt zu ihren Mitarbeitenden erhalten bleibt. Wenn möglich, sollten persönliche Meetings die digitale Kommunikation ergänzen. Anlässe dafür sind beispielsweise Neuprojekte oder der Start von neuen Mitarbeitenden. Selbstverständlich sollten Führungskräfte ihren virtuellen Teams vermitteln, dass sie bei Bedarf jederzeit erreichbar sind.

7. Vertrauen und neue Führungsstile

Am wichtigsten für erfolgreiche Remote Leadership ist Vertrauen. Dennoch ist eine fortlaufende Kontrolle von Arbeitstätigkeiten bei Remote Work naturgemäß nicht möglich. Führungskräfte benötigen daher Vertrauen in die Fähigkeiten, die Selbstorganisation und die Selbstverantwortung ihrer Teammitglieder. Um sie zu stärken sind neue Führungsstile und Führungsqualitäten nötig. Daher zählt es zu den Aufgaben von Remote Leadern, ihre Mitarbeitenden zu inspirieren, zu empowern und zu coachen.

Geschrieben von

Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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