Angebote zur Leistungsoptimierung nehmen seit Jahren deutlich zu. Zwischen „High-Performance“-Programmen, Selbstoptimierungsversprechen und schnell erworbenen Zertifikaten verschwimmen jedoch zunehmend die Qualitätsgrenzen. Für Unternehmer wird es dadurch immer schwieriger, fundierte Expertise von professioneller Selbstdarstellung zu unterscheiden. Dabei ist Leistungsfähigkeit im Management kein Lifestyle-Thema, sondern ein betriebswirtschaftlicher Faktor. Wer strategische Verantwortung trägt, muss auch unter hoher Belastung stabil bleiben – kognitiv, physiologisch und strukturell belastbar. „Im Management geht es nicht um kurzfristige Leistungssteigerung, sondern um langfristige Belastungsstabilität“, sagt Lea Feder, approbierte Ärztin und Gründerin der JETZT Performance GmbH.
„Entscheidungsqualität, Regenerationsfähigkeit und Stressresistenz sind biologische Prozesse. Und was biologisch messbar ist, lässt sich systematisch steuern.“
Damit setzt Feder bewusst einen Kontrapunkt zu einem Markt, der häufig Motivation verkauft, obwohl hier eigentlich Methodik erforderlich wäre. Die Ärztin verbindet ihre medizinische Ausbildung mit einem zusätzlichen Studium der Bioinformatik. Ihre methodische Grundlage stammt aus dem Leistungssport, einem Umfeld, in dem Trainings- und Belastungssteuerung seit Jahrzehnten datenbasiert, periodisiert und evidenzgestützt erfolgt. Diese Systematik überträgt JETZT Performance heute auf Führungskräfte und Unternehmer. Seit neun Jahren entwickelt Lea Feder diesen Ansatz in der Praxis weiter. Zunächst im leistungsorientierten Ausdauersport, später im Executive-Bereich. Gemeinsam mit ihrem Team entstanden strukturierte Prozesse zur Messung und Steuerung von Belastung, Regeneration und Leistungsfähigkeit. „Leistungssteuerung auf biologischer Ebene ist kein Lifestyle-Thema“, sagt Feder. „Sie verlangt medizinische Einordnung und die Fähigkeit, Interventionen fachlich zu verantworten.“
Lea Feder von JETZT Performance: Fehlende Standards in einem wachsenden Markt
Viele Berufsbezeichnungen im Performance-Umfeld sind nicht geschützt. Begriffe wie „Performance Coach“ oder „Health Consultant“ erlauben daher nur begrenzte Rückschlüsse auf Ausbildungstiefe, klinische Erfahrung oder wissenschaftliche Fundierung. Zertifikate aus kurzen Ausbildungen oder Online-Programmen schaffen zwar formale Legitimation, sagen jedoch wenig über tatsächliche fachliche Kompetenz aus.

Gerade im gesundheitsnahen Bereich kann das problematisch werden. Wer mit Laborwerten, Stoffwechselparametern oder Stressphysiologie arbeitet, bewegt sich in komplexen medizinischen Zusammenhängen, die Erfahrung, wissenschaftliches Verständnis und fachliche Verantwortung erfordern.
Wirtschaftlicher Boom und niedrige Eintrittsbarrieren
Mit der steigenden Nachfrage wächst auch das Marktvolumen. Performance-Coaching hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wirtschaftlich attraktiven Segment entwickelt, während die regulatorischen Eintrittsbarrieren weiterhin niedrig bleiben. Dadurch entsteht ein Markt, in dem Anbieter mit sehr unterschiedlichen Hintergründen auftreten. Neben medizinisch und sportwissenschaftlich fundierten Experten drängen zunehmend Akteure in das Feld, deren Erfahrung primär im Coaching, im Marketing oder im unternehmerischen Bereich liegt. Fachliche Tiefe in Physiologie, Trainingswissenschaft oder klinischer Medizin ist dabei keine formale Voraussetzung.
Das Resultat ist ein heterogenes Angebot mit stark variierenden Kompetenzniveaus, das für Unternehmer und Entscheider schwer zu überblicken ist. Professionelle Außendarstellung und klare Positionierung sagen dabei nicht zwangsläufig etwas über die fachliche Substanz aus. „Ein funktionierendes Geschäftsmodell ersetzt keine medizinische Kompetenz“, sagt Lea Feder von JETZT Performance. „Wer in biologische Prozesse eingreift, benötigt mehr als strategisches Marketingverständnis.“
Lea Feder von JETZT Performance: Struktur statt Einzelperson
Ein zentrales Qualitätsmerkmal seriöser Performance-Arbeit liegt in der Organisationsstruktur. Leistungsfähigkeit entsteht nicht isoliert durch einzelne Maßnahmen wie Ernährung, Training oder mentale Strategien, sondern durch das Zusammenspiel biologischer, medizinischer und verhaltensbezogener Faktoren. Professionelle Performance-Arbeit erfordert daher klare Zuständigkeiten und Spezialisierung.

Bei JETZT Performance erfolgt die medizinische Einordnung ärztlich. Ernährungswissenschaftlerinnen verantworten die ernährungsmedizinische Begleitung, während ein spezialisierter Experte Trainings- und Präventionskonzepte entwickelt. Weitere Fachbereiche ergänzen das System dort, wo spezifische Expertise erforderlich ist. „Komplexe Leistungsphysiologie lässt sich nicht monodisziplinär abbilden“, sagt Lea Feder. „Qualität entsteht durch Struktur, nicht durch Selbstdarstellung.“
Vier Kriterien für unternehmerische Sorgfalt
Wer Performance als Führungsaufgabe versteht, sollte Anbieter anhand klarer Maßstäbe prüfen. Die folgenden vier Kriterien helfen dabei, Qualität von professioneller Inszenierung zu unterscheiden:
- Nachvollziehbare, belastbare Qualifikation
Sind medizinische, wissenschaftliche oder sportphysiologische Kompetenzen transparent dokumentiert? Oder basiert die Expertise primär auf Zertifikaten ohne regulatorischen Rahmen?
- Interdisziplinäre Kompetenzarchitektur
Existiert ein spezialisiertes Team mit klar definierten Verantwortlichkeiten – oder wird Komplexität auf eine Einzelperson reduziert?
- Messbare, strukturierte Methodik
Welche Parameter werden erhoben und wie werden sie ausgewertet? Gibt es definierte Prozesse, nachvollziehbare Analysen und überprüfbare Zielgrößen? Nachhaltige Leistungsfähigkeit entsteht durch systematische Steuerung, nicht durch einzelne Impulse.
- Evidenzbasierte Kommunikation
Werden Maßnahmen transparent erklärt und fachlich eingeordnet? Werden Coaching, Prävention und medizinische Intervention klar voneinander abgegrenzt? Seriöse Anbieter verzichten auf überzogene Heilsversprechen.
Fazit
Der Performance-Markt wird weiter wachsen. Parallel steigt für Unternehmen die Verantwortung, fachliche Qualität von professioneller Inszenierung zu unterscheiden. Leistungsfähigkeit ist kein Statussymbol und kein kurzfristiges Optimierungsprojekt, sondern ein strategischer Stabilitätsfaktor für Organisationen. Wer auf medizinische Fundierung, interdisziplinäre Kompetenz und datenbasierte Steuerung setzt, schafft die Grundlage für belastbare Entscheidungsfähigkeit – und damit für unternehmerische Handlungsfähigkeit auch unter hoher Belastung.
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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.


