Ein funktionierendes Angebot, steigende Nachfrage und ein wachsendes Team sind für kleine Unternehmen zunächst gute Zeichen. Doch mit zunehmender Größe verändert sich auch der Alltag. Rückfragen häufen sich, Entscheidungen laufen weiterhin beim Gründer zusammen und zusätzliche Mitarbeiter erhöhen zunächst nicht nur die Kapazitäten, sondern auch den Abstimmungsbedarf. Fehlen passende Abläufe und klar verteilte Verantwortlichkeiten, kann aus Wachstum deshalb schnell eine zusätzliche Belastung entstehen. Besonders schwierig wird es, wenn der Unternehmer versucht, diese organisatorischen Lücken dauerhaft durch seinen eigenen Einsatz auszugleichen. „Unternehmer, die dauerhaft im 24/7-Modus arbeiten, riskieren, selbst zum Engpass ihres Unternehmens zu werden. Irgendwann fehlt nicht nur die Zeit für weiteres Wachstum, sondern auch die nötige Entlastung im eigenen Alltag“, erklärt Konstantin Laurin.
„Umso wichtiger ist es, den größten Engpass im Unternehmen zu erkennen und gezielt dort anzusetzen. Nur so entstehen Strukturen, die den Unternehmer entlasten und weiteres Wachstum ermöglichen“, so Konstantin Laurin weiter. Wie sich solche Strukturen in der Praxis entwickeln lassen, hat er selbst aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Nach seinem wirtschaftlichen Studium arbeitete er zunächst in der Unternehmensberatung. Später wechselte er in die Organisationsentwicklung und das Business Development eines wachsenden Unternehmens und erlebte dort unmittelbar, was passiert, wenn eine Organisation mit ihrem Wachstum Schritt halten muss. Heute bringt Konstantin Laurin diese Erfahrungen in seine Arbeit als Wirtschaftscoach für kleine Unternehmen im DACH-Raum ein. Dabei analysiert er gemeinsam mit seinen Kunden, wo ihr Unternehmen aktuell ausgebremst wird, und entwickelt daraus konkrete Maßnahmen, die sich im laufenden Betrieb umsetzen lassen.
Konstantin Laurin: Von der Analyse zur Frage, was in der Praxis wirklich funktioniert
Unternehmen zu analysieren und mögliche Veränderungen zu empfehlen, ist das eine. Ob diese Veränderungen im laufenden Betrieb tatsächlich funktionieren, zeigt sich jedoch erst in der Umsetzung. Mit genau diesem Unterschied kam Konstantin Laurin schon früh in seiner beruflichen Entwicklung in Berührung, denn bereits während seines Studiums arbeitete er in der Unternehmensberatung. Dort lernte er, wirtschaftliche und organisatorische Probleme einzuordnen, ihre Ursachen zu erkennen und daraus mögliche Veränderungen abzuleiten. Das fachliche Fundament dafür legte er mit einem Bachelor- und einem Masterabschluss, seinen Master absolvierte er am MCI Management Center Innsbruck im Bereich International Business and Management.

Je mehr Erfahrung Konstantin Laurin dabei sammelte, desto stärker rückte für ihn die praktische Seite der Unternehmensentwicklung in den Vordergrund. Schließlich müssen neue Abläufe und Verantwortlichkeiten nicht nur auf dem Papier sinnvoll erscheinen, sondern sich im Arbeitsalltag bewähren, während das Tagesgeschäft weiterläuft. Statt Veränderungen weiterhin ausschließlich aus der Außenperspektive zu betrachten, wollte er deshalb selbst an ihrer Umsetzung mitwirken. Diese Möglichkeit bot sich ihm schließlich bei Loft Film in München.
Wachstum braucht mehr als zusätzliche Mitarbeiter
In der Organisationsentwicklung und im Business Development bei Loft Film war Konstantin Laurin selbst daran beteiligt, ein wachsendes Unternehmen weiterzuentwickeln. In dieser Phase wuchs das Team von ungefähr zehn auf 30 bis 40 Mitarbeiter. Damit erlebte er unmittelbar, welche neuen Anforderungen entstehen, wenn ein Betrieb innerhalb einer vergleichsweise kurzen Zeit deutlich größer wird. Abläufe, die mit zehn Mitarbeitern noch funktionieren, müssen mit zunehmender Teamgröße neu gedacht werden, weil mehr Aufgaben verteilt, Verantwortlichkeiten geklärt und Entscheidungen koordiniert werden müssen.
„In dieser Phase habe ich verstanden, dass Wachstum organisatorisch erst einmal zusätzliche Komplexität bedeutet. Mehr Mitarbeiter lösen nicht automatisch Probleme, ohne klare Verantwortlichkeiten und funktionierende Abläufe können sogar neue entstehen“, beschreibt Konstantin Laurin diese Zeit. Denn zusätzliches Personal bedeutet zunächst auch höhere Kosten und mehr Abstimmungsbedarf. Ob daraus tatsächlich mehr Leistungsfähigkeit entsteht, hängt deshalb davon ab, wie gut die Organisation mit dem Team mitwächst. Für seine spätere Arbeit wurde diese Erfahrung prägend, weil organisatorische Entscheidungen nun nicht mehr nur fachlich überzeugen, sondern sich unter realen Bedingungen bewähren mussten.
Was Konstantin Laurin aus der Arbeit mit unterschiedlichen Unternehmen lernte
Nach seiner Zeit bei Loft Film blieb Konstantin Laurin dem Unternehmen noch über einen längeren Zeitraum als Coach verbunden. Dabei unterstützte er nicht nur die weitere Entwicklung von Loft Film, sondern brachte seine Erfahrung im Unternehmensaufbau auch in die Zusammenarbeit mit dessen Kunden ein. Mit seiner Selbstständigkeit kamen zugleich Kunden aus dem Agentur- und Softwareumfeld hinzu. Je mehr unterschiedliche Unternehmen er begleitete, desto deutlicher wurde, dass ähnliche Wachstumsprobleme keineswegs dieselben Ursachen haben müssen.

Ein Unternehmen kann beispielsweise über genügend Nachfrage verfügen, aber im Vertrieb an Grenzen stoßen. Bei einem anderen Betrieb liegt der Engpass dagegen in der Leistungserbringung oder in internen Abläufen. Gerade in kleineren Unternehmen sind Entscheidungen und operative Aufgaben zudem häufig noch stark beim Gründer gebündelt. Für Konstantin Laurin bestätigte sich dabei, dass Unternehmen in ihren grundlegenden Mechanismen ähnlich funktionieren, der entscheidende Engpass jedoch an ganz unterschiedlichen Stellen liegen kann. Was von außen zunächst wie dasselbe Wachstumsproblem aussieht, kann einen völlig anderen Ausgangspunkt haben. Genau daraus entwickelte sich sein heutiger Ansatz: Statt mit einer vorgefertigten Lösung zu beginnen, arbeitet er zunächst heraus, was das jeweilige Unternehmen tatsächlich ausbremst.
Der größte Engpass bestimmt den nächsten Schritt
Was Konstantin Laurin aus diesen Erfahrungen mitgenommen hat, zeigt sich heute vor allem darin, wie er mit seinen Kunden arbeitet. Zu ihnen gehören Unternehmer und Geschäftsführer kleiner Unternehmen mit etwa drei bis 40 Mitarbeitern, bei denen Angebot und Nachfrage bereits funktionieren, die weitere Entwicklung jedoch zunehmend an organisatorische Grenzen stößt. Zu Beginn der Zusammenarbeit betrachtet er deshalb zunächst das Unternehmen als Ganzes und arbeitet heraus, an welcher Stelle die weitere Entwicklung tatsächlich ins Stocken gerät.
„Fachliche Kompetenz bedeutet für mich nicht, möglichst viele Konzepte zu kennen. Entscheidend ist, einschätzen zu können, welche Maßnahme in der konkreten Situation umsetzbar ist und dem Unternehmen tatsächlich etwas bringt“, erklärt Konstantin Laurin.
Ist der entscheidende Engpass gefunden, setzt er deshalb nicht an mehreren Stellen gleichzeitig an, sondern priorisiert gemeinsam mit dem Unternehmer die nächsten Schritte. Dabei entwickelt er Lösungen, die sich auch zwischen Kundenterminen, Mitarbeiterfragen und dem laufenden Tagesgeschäft tatsächlich umsetzen lassen. Denn häufig wissen Unternehmer durchaus, was in ihrem Unternehmen besser laufen müsste. Was ihnen fehlt, ist die Zeit und Struktur, um notwendige Veränderungen konsequent in den Alltag zu bringen.
Mit dem Unternehmen verändert sich auch die Rolle des Unternehmers
Dabei betrachtet Konstantin Laurin nicht nur die Positionierung, die Prozesse, den Vertrieb oder die Leistungserbringung. Gerade in kleineren Unternehmen erlebt er häufig, dass der Gründer selbst noch einen großen Teil der Entscheidungen trifft, Mitarbeiter führt und gleichzeitig im Tagesgeschäft mitarbeitet. Was mit einem kleinen Team gut funktioniert, kann mit zunehmender Größe jedoch zum Engpass werden. Wächst das Unternehmen, muss sich deshalb auch die Rolle des Unternehmers verändern. Er gibt Verantwortung ab, schafft klare Zuständigkeiten und entwickelt sich zunehmend aus dem operativen Tagesgeschäft heraus.

Bei dieser Entwicklung nutzt Konstantin Laurin auch seine zusätzlichen Qualifikationen als Mentaltrainer, Stressberater und Gesundheitscoach. Besonders relevant werden sie, wenn ein Unternehmer dauerhaft unter hoher Belastung steht, nach Feierabend kaum abschalten kann oder sich erst in seine neue Führungsrolle hineinfinden muss. „Wenn Entscheidungen, Führung und operative Verantwortung stark an einer Person hängen, wirkt sich ihre Belastung unmittelbar auf die Organisation aus“, erklärt er. Deshalb arbeitet Konstantin Laurin mit seinen Kunden sowohl an den Strukturen im Unternehmen als auch an den persönlichen Anforderungen, die mit ihrer Rolle einhergehen. Dazu gehört es, die Verantwortung sinnvoll zu verteilen und die Abhängigkeit vom Gründer zu reduzieren, aber ebenso, mit Belastungen umzugehen, abschalten zu können und Mitarbeiter auch in herausfordernden Situationen souverän zu führen.
Woran sich erfolgreiche Unternehmensentwicklung am Ende zeigt
Für Konstantin Laurin entscheidet sich der Erfolg einer Veränderung nicht daran, wie ausgefeilt ein Konzept wirkt, sondern daran, was sich im Unternehmen danach tatsächlich verbessert. Sind Verantwortlichkeiten klar verteilt, können Mitarbeiter mehr Entscheidungen selbst treffen und neue Kollegen tatsächlich dazu beitragen, die Organisation leistungsfähiger zu machen. Wie Konstantin Laurin diese Entwicklung mit seinen Kunden erreicht, unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Gerade deshalb setzt er nicht auf ein bestimmtes Modell, sondern dort an, wo eine Veränderung für den jeweiligen Betrieb den größten Unterschied macht.
Sein eigener beruflicher Weg hat ihm dabei unterschiedliche Perspektiven auf Unternehmensentwicklung eröffnet: Er kennt den Aufbau und die Veränderung von Unternehmen aus eigener Erfahrung und begleitet heute Unternehmer als Coach dabei, notwendige Veränderungen selbst umzusetzen. Eine aktive Mitwirkung an der Umsetzung bietet er auf Wunsch gemeinsam mit ausgewählten Partnern an. „Nachhaltiges Wachstum darf nicht bedeuten, dass mit jedem zusätzlichen Mitarbeiter und jedem neuen Auftrag auch die Belastung des Unternehmers weiter steigt. Entscheidend ist, dass das Unternehmen leistungsfähiger wird, ohne immer stärker von ihm abhängig zu sein“, fasst Konstantin Laurin zusammen.
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Samuel Altersberger ist Redakteur beim UnternehmerJournal. Vor seiner Arbeit beim DCF Verlag war er bereits sechs Jahre als freier Autor tätig und hat während dieser Zeit auch in der Marketing Branche gearbeitet.


