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Was bei jeder Unternehmensphilosophie zu beachten ist

Jedes Unternehmen braucht eine Grundausrichtung und ein Selbstverständnis, was gern als Unternehmensphilosophie bezeichnet werden darf. Dabei geht es unter anderem um Werte und Normen, welche das Denken und Handeln aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weitgehend leiten. Das Thema Unternehmensphilosophie ist sehr facettenreich und zugleich von Vor- und Nachteilen bestimmt.

Unternehmensphilosophie

Die Unternehmensphilosophie kann intern großartige Wirkung entfalten und für die Außenwahrnehmung ist sie heute geradezu unverzichtbar. Daher ist jede Firma, so auch Behörden, gut beraten, auf ihre ausgefeilte Ausarbeitung ganz besonderen Wert zu legen.

Was macht die Unternehmensphilosophie so wichtig?

Da gibt es zunächst die Unternehmensphilosophie nach innen, jene Basis für den einheitlichen Umgang miteinander, die zudem das Gemeinschaftsgefühl sowie eine Identifikation mit dem Unternehmen voranbringt.

Bei der Unternehmensphilosophie nach außen geht es darum, der Firma ein positives Outfit anzukleiden, damit potenzielle Kunden, Kooperationspartner und Investoren eine positive Wahrnehmung des Unternehmens entwickeln. Das aus der Unternehmensphilosophie resultierende Image kann in seinem Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Was genau ist darunter zu verstehen?

Die „Corporate Identity“ hat viel mit dem „Charakter eines Unternehmens“ zu tun, aus dem sich schließlich das Leitbild formieren lässt. Dieses offen nach innen und außen zu kommunizieren, ist sehr wichtig. Es soll zugleich ein Leitfaden für das Handeln aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, insbesondere der Führungskräfte sein, die in der Sache mit bestem Beispiel vorangehen.

Jede Unternehmensphilosophie sollte ein besonderes Augenmerk auf die folgenden drei Punkte legen:

  1. Gemeinsame Werte und Normen
  2. Abgrenzung von den Konkurrenten, Stichwort: Alleinstellungsmerkmal
  3. Nutzen für Kunden und Gesellschaft insgesamt
Punkt 1 der Unternehmensphilosophie – Gemeinsame Werte und Normen

Bereits hierzu sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unbedingt aktiv einzubinden. Sich für gemeinsame Werte und Normen zu entscheiden, soll gleichsam als demokratischer Prozess aufgestellt werden, wobei Unterschiede in den Auffassungen nicht als Gegensätzlichkeit, sondern als Bereicherung zu verstehen sind. An dem folgenden Fragengerüst könnte man die Ermittlung der gemeinsamen Werte orientieren:

  • Wie sollte der Umgang innerhalb des Betriebes ausgestaltet sein?
  • Was gibt es im Kontakt mit Kunden oder Kooperationspartnern zu beachten?
  • Welche Wahrnehmung des Unternehmens von außen strebt man an?
Punkt 2 der Unternehmensphilosophie – Alleinstellungsmerkmale

Im Englischen werden sie recht treffend als „Unique Selling Propositions“ (USP) bezeichnet. Dabei geht es auch um eine klare Abgrenzung des Unternehmens von der Konkurrenz innerhalb der eigenen Branche. Wenn die Produkte oder Dienstleistungen einen eindeutigen Wiedererkennungswert aufweisen, kann dies bereits eine wichtige Komponente eines Alleinstellungsmerkmals sein.

Punkt 3 der Unternehmensphilosophie – Nutzen des Unternehmens für Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft

Die Identifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrer Firma steht und fällt mit diesem Punkt, der zugleich zu einem wichtigen Aufhänger im Marketing erhoben werden kann. Ist ein gesellschaftlicher Nutzen gut herausgearbeitet worden und deutlich erkennbar, führt dies bei allen Beteiligten zu einem gesunden Stolz auf das Unternehmen.

Verdeutlichung anhand eines Beispiels

Ein Unternehmen stützt seine Unternehmensphilosophie nach längerer gemeinsamer Diskussion auf folgende Statements:

  1. Eine Grundlage der Zusammenarbeit ist ein respektvoller Umgang miteinander, ungeachtet der Religion, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung.
  2. Im Unternehmen werden moderne Produkte nach dem Stand der Technik entwickelt, die sich durch ein besonders futuristisches Design auszeichnen.
  3. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfahren durch ihren Vorgesetzten stets faire Behandlung auf Augenhöhe und werden leistungsgerecht entlohnt. Alle Produkte, die man an Kunden ausliefert, durchlaufen zuvor eine strenge Qualitätskontrolle. Fünf Prozent des erzielten Gewinns gehen jedes Jahr als Spende an soziale Einrichtungen.

Unternehmensphilosophie und Unternehmensleitbild nicht verwechseln

Sowohl die Unternehmensphilosophie als auch das Unternehmensleitbild sind wichtige unterschiedliche Säulen der Corporate Identity eines Unternehmens. Wenn eine Unternehmensphilosophie gemeinsam entwickelt wurde, muss diese so schnell wie möglich in praktisches Handeln überführt werden. Dazu bedarf es einer Übersetzung der Unternehmensphilosophie in Handlungsrichtlinien, die für alle gelten. Diese Aufgabe übernimmt im Wesentlichen das Leitbild, das mindestens diese Punkte abdecken sollte:

  • die Unternehmensziele formulieren
  • die Hierarchie im Unternehmen definieren
  • dem Führungsverhalten der Vorgesetzten einen Rahmen geben
  • die Handlungsoptionen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen skizzieren

Es steht außer Frage, dass auch an der Erstellung des Leitbildes die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu beteiligen sind, um deren Identifikationsgrad mit dem Unternehmen zu steigern.

Vor- und Nachteile einer Unternehmensphilosophie

Zu den Vorteilen gehört, dass eine Unternehmensphilosophie allen Mitarbeitern, den Kooperationspartnern, aber auch den Kunden eine Orientierung in die Hand gibt. Vor allem kann sie die Identifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrer Firma deutlich verbessern. Dies wiederum wirkt sich im Verein mit einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl sehr positiv auf die Motivation aus. Überdies gelingt es, die Wahrnehmung des Unternehmens von außen in ein strahlendes Licht zu rücken. Optimal ist es, wenn sich alle Mitarbeiter als „Botschafter“ des Unternehmens verstehen.

Die Nachteile der Unternehmensphilosophie bestehen darin, dass die Erarbeitung von Leitbild und Unternehmensphilosophie einen gewissen Aufwand bedeutet und nicht wenig Manpower bindet. Sind die Mitarbeiter ungenügend beteiligt, kann eine „vorgesetzte“ Unternehmensphilosophie eher demotivieren und damit schaden. Eine unrealistische Unternehmensphilosophie entkräftet zudem die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens.

Geschrieben von

Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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