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Ruben Schäfer verrät seine 3 besten Tipps, um mit Wissenschaftsleugnern fertig zu werden

Im Frühjahr 2020 nahm die Corona-Pandemie ihren verhängnisvollen Lauf. Neben gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen geht sie auch mit einem gesellschaftlichen Phänomen einher: Wissenschaftsleugner, die allgemein als unstrittig anerkannten Umständen nichtsdestotrotz ihren Wahrheitsgehalt absprechen, gewinnen scheinbar rapide an Zulauf. Anstelle der „offiziellen Version“ verlassen sie sich oft auf bequeme Alternativfakten, die sie gerade online gern weiterverbreiten. Wie kann Ihr Unternehmen damit umgehen?

Ruben Schäfer

Besagtes Phänomen hat hierzulande noch keinen festen Begriff für sich beansprucht, ist unter Beobachtern jedoch als Denialismus geläufig. Die viralen Verschwörungstheorien sind für Unternehmen aus zwei Gründen gefährlich, erklärt PR-Experte Ruben Schäfer: “Sie können erstens Ihre Firma oder Sie direkt betreffen, wie etwa im Falle Microsoft oder der Person Bill Gates.” Die zweite Variante könne aber noch unangenehmer werden: “Häufig kommen Unternehmen mit Denialismus in Berührung, weil ihre Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken Stimmung machen und dabei klar als Mitarbeiter zu erkennen sind”, erklärt Ruben Schäfer. Deshalb sollten Kommunikationsabteilungen idealerweise vorab Strategien für den Fall der Fälle entwickeln. Anhand des folgenden, sehr grob gehaltenen Beispiels sollte sich dieser Prozess noch ein wenig einfacher gestalten!

Ruben Schäfer: 3 Tipps, wie sie auf Verschwörungstheorien reagieren

Tipp 1: Lage sondieren

An einem ruhigen Feierabend beschließen Sie, die Suchmaschine Ihres Vertrauens nach Ihrem Unternehmen zu befragen. Wenige Klicks später stoßen Sie auf einen Beitrag in einem dubiosen Forum. Der betreffende User erhält Zuspruch für Behauptungen, die harten Fakten widersprechen und Ihr Unternehmen in einem schlechten Licht dastehen lassen.

“Ihr Ärger ist verständlich”, so Ruben Schäfer. Bedenken Sie allerdings, dass es sich bei unserem beispielhaften Forum nicht um eine seriöse Plattform handelt, die keine Aufmerksamkeit der breiten Masse genießt. Belassen Sie es zu diesem Zeitpunkt genau dabei! Wählen Sie Ihre Schlachtfelder weise und bieten Sie Anhängern des Denialismus keine zusätzlichen Zuhörer, die sie ohne eine voreilige Reaktion Ihrerseits niemals gefunden hätten.

Tipp 2 von Ruben Schäfer: Impulse kontrollieren

Ein reichweitenstarkes Online-Magazin ist auf den Forenbeitrag angesprungen. In kritischen Tönen wird die Branche beleuchtet, in der auch Sie zuhause sind. Beim Blick in die Kommentarspalte fällt Ihnen auf, dass sich mehrere User konkret auf die Falschaussagen gegen Ihr Unternehmen eingeschossen haben. Jetzt ist es an der Zeit, den haltlosen Behauptungen endlich mit einem ausführlichen Statement entgegenzutreten, oder?

Nein. Unterdrücken Sie den Impuls der direkten Reaktion weiterhin. Andernfalls liefern Sie der Gegenseite durch eine aufgebrachte und unüberlegte Stellungnahme womöglich nur neue Angriffsfläche. Außerdem ziehen öffentlich ausgetragene Schlammschlachten unweigerlich weitere Augen auf sich. Auch diese zusätzliche Aufmerksamkeit sollten Sie „alternativen Fakten“ auf keinen Fall gönnen. Gleiches gilt, wenn Mitarbeiter von Ihnen in den Fall verwickelt sind. Ruben Schäfer: “Es kann kontraproduktiv sein, die Person einfach freizustellen. Suchen Sie zuerst das Gespräch und machen Sie dem Mitarbeiter klar, dass Ihr Unternehmen mit dem Fall nicht verbunden sein will – und das Sie seine Argumentation auch nicht unterstützen.”

Tipp 3: Reaktion: Planen und umsetzen

Die restliche Zeit müssen Sie glücklicherweise nicht mit Däumchendrehen verbringen: Investieren Sie die gebührende Mühe in das Zusammentreiben bewiesener Fakten, die Sie den getroffenen Falschaussagen selbstbewusst entgegenstellen können. Reichern Sie Ihre Argumentation mit Belegen und Quellenverweisen an, um Ihrem Standpunkt Gewicht und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Bauen Sie dabei lediglich auf als seriös anerkannte Artikel oder Publikationen, um den gewünschten Effekt mit Ihrem Statement zu erzielen. “Sie werden die Hardcore-Leugner ohnehin nicht zur Einsicht bringen – fokussieren Sie sich nur auf die neutralen Zuhörer”, betont Ruben Schäfer.

Wählen Sie in jedem Fall einen unaufgeregten Ton und verzichten Sie trotz aller Aufregung auf kränkende Worte, Sticheleien oder haltlose Anschuldigungen Ihrerseits. Ist Ihre Stellungnahme fertig formuliert, sollten Sie sie exklusiv dort veröffentlichen, wo das eigentliche Streitthema aktiv diskutiert wird. Auch hier gilt schließlich: Hängen Sie es ohne Not von sich aus an die größtmögliche Glocke, freuen sich vor allem die Verbreiter der Falschaussage.

Über Ruben Schäfer

Ruben Schäfer arbeitet bereits seit über 10 Jahren als Journalist und PR-Experte: Zunächst für Vereine und Lokalzeitungen, später sammelte er beim WDR Fernsehen, als Nachrichtensprecher für RLP TV und als Foto-Fachjournalist Erfahrungen. In seiner Rolle des Kommunikationsexperten berät er bis heute Konzerne und erfolgreiche Mittelständler bei ihrer Medienarbeit. Zudem ist er Chefredakteur des GEWINNERmagazins und Geschäftsführer der DCF Deutscher Coaching Fachverlag GmbH.

Zu seiner Webseite.

Geschrieben von

Max Zehl hat einen Bachelor of Arts in Online-Redaktion, ist Experte für SEO und versorgt das UnternehmerJournal mit hochwertigem Content.

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