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Eine Limited gründen: Was die englische Rechtsform Ihnen bietet

Eine Limited zu gründen, ist für viele deutsche Gründer eine beliebte Alternative. Ihr Aufbau scheint einfacher und kostengünstiger als der anderer Rechtsformen. Doch welche Vor- und Nachteile bietet die Gründung einer Limited wirklich und wie läuft sie ab?

Die Limited ist eine Rechtsform aus dem Vereinigten Königreich. Allerdings nutzen auch deutsche Gründer die Rechtsform „private company limited by shares“. Einige Zeit stellte die Rechtsform die einzige Möglichkeit dar, um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem sehr geringen Startkapital zu gründen. Mit der Einführung der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft im Jahr 2008, hat die Limited deutlich an Bedeutung verloren.

Eine Limited gründen

Bei der Gründung einer Limited hat zunächst eine Anmeldung des Unternehmens bei dem englischen Unternehmensregister zu erfolgen. Die Voraussetzung dafür ist, dass eine Büroadresse in England gegeben ist. Befindet sich der Firmensitz oder Niederlassungen der Limited in Deutschland, gibt es zusätzliche Anmeldepflichten, wie die Handelsregisteranmeldung mit einer notariellen Beglaubigung und die Gewerbeanmeldung. Für den Firmennamen gibt es bei dieser Rechtsform nur die Vorgabe, dass der Name das Wort limited enthält.

Folgende Punkte sind zu beachten:

  1.   Die Wahl des Firmennamens mit dem Zusatz „Limited“ oder „Ltd.“.
  2.   Die Wahl eines Satzungssitzes innerhalb des Vereinigten Königreichs. Wichtig ist, dass die Limited in England postalisch erreichbar ist.
  3.   Die Festlegung der einzelnen Organe der Gesellschaft. Dazu gehören zunächst der Geschäftsführer, die Gesellschafter und ein Company Secretary. Bei einem Jahresumsatz über 1 Mio. Pfund oder einer Bilanzsumme über 1,4 Mio. Pfund kommt zusätzlich die Position des „auditor“ hinzu. Er übernimmt die Rollte des Wirtschaftsprüfers.
  4.   Die Zahlung des Gesellschaftskapitals und der Einlagen bzw. die Einbringung von Sacheinlagen.
  5.   Anmeldung der Limited im Gesellschaftsregister in Cardiff, Edinburgh oder Belfast. Hierfür müssen Sie die Gründungsurkunde, die dem deutschen Gesellschaftsvertrag gleichzusetzen ist, sowie die Gesellschaftssatzung einreichen.
  6.   Falls nötig: Die Eröffnung einer Niederlassung in Deutschland. Die Niederlassung muss im deutschen Handelsregister eingetragen werden.

Aufbau und Pflichten

Die Organe der Limited umfassen den Direktor, die Gesellschafterversammlung und eine Company Secretary. Für die Limited gibt es kein gesetzlich gefordertes Mindestkapital. Das bedeutet, man kann ab 1 Pfund Stammkapital eine Limited gründen. In der Praxis wird empfohlen, mindestens 100 Britische Pfund einzuzahlen, um die Kosten der Gründung abzudecken. Diese Stammeinlage der Gesellschaft darf nicht ausgeschüttet werden.

Die Jahresabschlüsse einer Limited sind nach englischem Recht zu erstellen. Bei einer Limited, die ausschließlich in Deutschland tätig ist, müssen die Steuern in Deutschland gezahlt werden.

Bei der Limited ist die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Nur in Ausnahmefällen kann es zu der unbeschränkten Haftung mit dem Privatvermögen des Vorstands kommen. Solche Fälle sind zum Beispiel Straftaten und schwere Pflichtverletzungen.

ltd gründen

Vor- und Nachteile einer Limited

Vorteile:

Geringe Voraussetzungen:

Ein Vorteil bei dem Gründen einer Limited besteht darin, dass  es kein gesetzlich festgelegtes Mindestkapital für die Gründung gibt. Die Gründung kann also mit einem Pfund erfolgen. Im Vergleich zu anderen Rechtsformen, wie zum Beispiel der GmbH mit einem Mindestkapital von 25.000 Euro, ist das ein enormer Vorteil.

Schneller Ablauf:

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die kurze Gründungsdauer. Für die Gründung werden normalerweise nur bis zu zehn Werktage angesetzt.

Haftung:

Bei der Limited beschränkt sich die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann es zu der unbeschränkten Haftung mit dem Privatvermögen des Vorstands kommen.

Nachteile:

Sprach- und Rechtsbarrieren:

Der Gesellschaftsvertrag muss für die Gründung einer Limited auf englischer Sprache sein und nach englischem Recht geschlossen sein. Das führt meist dazu, dass Gründer eine Rechtberatung hinzuziehen müssen.  Außerdem muss bei der Gründung einer Niederlassung in Deutschland stets ein Spagat zwischen dem deutschen und dem englischen Rechtssystem gemacht werden.

Geringe Kreditwürdigkeit:

Viele Gründer zahlen nur geringe Stammeinlagen ein, da es hierfür keine gesetzlichen Vorgaben gibt. Das kann sich negativ auf die Kreditwürdigkeit der Gesellschaft gegenüber Kreditinstituten und Lieferanten auswirken.

Strenge Ahndung von Pflichtverstößen:

Die Publikation des Jahresabschlusses und Geschäftsberichtes einer Limited muss auf Englisch erfolgen. Verstöße gegen die Unternehmenspflichten werden mit hohen Geldstrafen und in besonderen Fällen sogar mit der Löschung aus dem Register bestraft.

Geschrieben von

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im UnternehmerJournal.

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