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Erfahrungen KRANIMOG im Handwerk: Wie ein oberbayerischer Familienbetrieb aus 3 Fahrzeugen, 1 gemacht hat!

Handwerksbetriebe benötigen schwere Maschinen: Material muss transportiert, schwere Bauteile angehoben und Arbeiten in mehreren Metern Höhe erledigt werden. Für jede dieser Aufgaben wird häufig eine eigene Maschine benötigt. Ein Lkw für den Transport, ein Kran für die Montage und eine Arbeitsbühne für die Arbeiten am Gebäude.

Das bedeutet nicht nur hohe Anschaffungskosten, sondern auch zusätzliche Fahrer, Wartung, Versicherungen und jede Menge organisatorischen Aufwand. Gerade für kleinere und mittelständische Handwerksbetriebe wird das zunehmend zum Problem. Denn während die Anforderungen auf den Baustellen steigen und Baukosten in die Höhe schießen, fehlt vielerorts das Personal, um mehrere Fahrzeuge gleichzeitig einzusetzen.

Anton Bader kennt diese Herausforderungen. Als Geschäftsführer des traditionsreichen Nutzfahrzeugunternehmens Anton Fischbacher aus Nußdorf am Inn beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie sich Arbeitsfahrzeuge effizienter einsetzen lassen.

Seine Antwort darauf ist der KRANIMOG: ein Fahrzeug, das die Geländegängigkeit eines Unimog mit den Funktionen eines leistungsfähigen Ladekrans und einer Hubarbeitsbühne verbindet.

Doch bis daraus ein eigenständiges Fahrzeugkonzept wurde, musste Bader zunächst eine Überzeugung infrage stellen, die in der Branche lange als selbstverständlich galt: dass für unterschiedliche Arbeiten auch unterschiedliche Maschinen notwendig sind.

Vom Familienbetrieb zum Unimog-Spezialisten

Baders Verhältnis zum Unimog begann auf dem Bauhof seines Heimatorts. Schon als Kind fuhr er dort mit und erlebte das Fahrzeug im Dauereinsatz, im Winterdienst, beim Materialtransport, bei kommunalen Arbeiten. Dass eine einzige Maschine so unterschiedliche Aufgaben übernahm, ließ ihn nicht mehr los.

Parallel wuchs eine zweite Leidenschaft. Bader fuhr über Jahre Motocross und Supermoto. Technik, Geländefahrzeuge und das Gespür dafür, wie sich ein Fahrzeug unter Last verhält, wurden ihm so vertraut wie die Abläufe auf dem Bauhof. Diese Verbindung aus Unimog-Erfahrung und Geländetechnik gab später den Ausschlag.

Der Betrieb selbst reicht weiter zurück. 1959 gründete sein Großvater Anton Fischbacher in Nußdorf am Inn eine Mercedes-Benz-Werkstatt für Pkw, Lastwagen und Unimog. Über die Jahrzehnte spezialisierte sich das Haus immer stärker auf den Unimog. Als Bader den Familienbetrieb zum 1. Januar 2012 übernahm, kannte er das Fahrzeug aus drei Richtungen: als Kind vom Bauhof, als Techniker aus dem Rennsport und als Nachfolger in einer Werkstatt, die seit Jahrzehnten kaum etwas anderes machte.

Kaum hatte er übernommen, geriet das klassische Unimog-Geschäft unter Druck. Die Abgasnorm Euro 6 zwang die autorisierten Servicepartner zu hohen Investitionen in Diagnosetechnik, Werkzeug und Schulungen. Bei den geringen Stückzahlen rechnete sich das für viele kleinere Werkstätten nicht mehr, und eine nach der anderen stieg aus. Bader ging den umgekehrten Weg, baute die Spezialisierung weiter aus und blieb mit Fischbacher am Ende als letzter autorisierter Unimog-Partner der Region übrig.

Je tiefer er in die Arbeit mit dem Fahrzeug einstieg, desto deutlicher sah er ein wirtschaftliches Problem. Über Jahrzehnte war der Unimog vor allem für den Winterdienst angeschafft worden, mit Schneepflug und Streuer. Doch die Winter wurden milder, die Einsätze seltener, und ein teures Spezialfahrzeug stand einen immer größeren Teil des Jahres still. Bader brachte die Überlegung auf einen Satz:

„Der Unimog braucht Sommerstunden.”

Damit verschob sich die Frage. Es ging nicht mehr darum, den Unimog für den Winter zu verbessern, sondern darum, welche Aufgaben er den Rest des Jahres übernehmen könnte. Gemeinsam mit langjährigen Kunden testete Bader verschiedene Anbaugeräte und sah sich ihre Arbeitsabläufe genau an. Dabei fiel ihm auf, dass die Betriebe über alle Branchen hinweg dieselben drei Dinge brauchten: Material transportieren, Lasten heben, in der Höhe arbeiten. Dafür wurden häufig mehrere Fahrzeuge benötigt. Und jedes zusätzliche Fahrzeug bedeutete weitere Kosten, Personal und Abstimmungsaufwand.

Bader stellte sich deshalb eine Frage, aus der schließlich der KRANIMOG entstehen sollte: Warum sollte ein Unimog nicht alle diese Aufgaben übernehmen können?

Aus 3 mach 1 – Wie der KRANIMOG entstand

Was nach einer naheliegenden Idee klingt, stellte Bader vor eine schwierige Aufgabe. Ein Unimog ist anders gebaut als ein gewöhnlicher Lastwagen. Sein Fahrgestell darf sich im Gelände verwinden, und genau das macht ihn so geländegängig. Ein kräftiger Ladekran bringt dagegen Gewicht nach oben und erzeugt Kräfte, die auf das ganze Fahrzeug wirken. Einen großen Kran einfach auf einen Unimog zu montieren, hätte die Eigenschaften zerstört, auf die es ankommt.

Viele Fachleute hielten das Vorhaben für aussichtslos.

„Die größte Hürde war, dass viele geglaubt haben, dass es nicht funktionieren wird und es keinen Markt für uns gibt”, erinnert sich Bader.

Den Gegenbeweis lieferte der Außenparcours des Unimog-Museums in Gaggenau, der seit Jahren als Maßstab für die Geländeeigenschaften eines Unimog gilt. Dass ein Unimog mit schwerem Kran dort durchkommt, ohne seine Stärken einzubüßen, hielten viele für unwahrscheinlich. Der KRANIMOG absolvierte den kompletten Parcours. Aus den ersten technischen Überlegungen wurden Konstruktionen, daraus zwei eigene Patente und schließlich die ersten Fahrzeuge für Kunden.

KRANIMOG

Warum ein KRANIMOG mehr ist als ein Unimog mit Kran

Dass der KRANIMOG den Parcours meisterte, lag an der Art, wie Fischbacher ihn entwickelt. Der Betrieb schraubt keinen Ladekran auf ein fertiges Fahrgestell, sondern entwickelt das gesamte Fahrzeug als zusammenhängendes System. Fahrgestell, Rahmen, Kran, Hydraulik, Elektrik, Abstützung und Arbeitsbühne greifen ineinander, damit der KRANIMOG schwere Lasten bewegt, im Gelände vorankommt und seine Funktionen zuverlässig erfüllt. Von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Inbetriebnahme bleibt jeder Schritt im eigenen Haus.

Das zahlt sich zweifach aus. Die Technik ist von Grund auf abgestimmt, und Erfahrungen aus dem täglichen Einsatz fließen direkt in die Weiterentwicklung zurück. Genau so entstand die heutige Modellfamilie. Anfangs war fast jeder KRANIMOG eine Sonderanfertigung, bis Bader erkannte, dass viele Kunden ähnliche Anforderungen hatten. Aus den Einzelstücken wurde ein modulares Konzept in drei Größen: Joseph für kompakte Einsätze, Karl mit größerer Reichweite vor allem im Holzbau, Ludwig für hohe Hubleistung und große Arbeitsradien. Bewährte Baugruppen kehren in jedem Fahrzeug wieder und lassen sich trotzdem an den einzelnen Betrieb anpassen.

„Wir haben es geschafft, eine traditionell handwerklich geprägte Tätigkeit im Sonderfahrzeugbau in eine industrielle Serienfertigung zu überführen”, erklärt Bader.

Für diese Entwicklungsarbeit erhielt der KRANIMOG das Forschungssiegel für Entwicklung 2025 und eine Nominierung für den Bayerischen Innovationspreis 2026. Mercedes-Benz zeichnete den Betrieb als Unimog ExpertPartner aus.

Was sich für Handwerksbetriebe dadurch verändert

Wie groß der Unterschied im Alltag ausfällt, zeigt ein Zimmereibetrieb, der bereits einen KRANIMOG einsetzt. Durch die kompakte Bauweise kann der Betrieb längere Anhänger mitführen und größere Holzelemente schon in der Werkstatt vorfertigen, statt sie auf der Baustelle zusammenzusetzen. Vor Ort hebt der KRANIMOG die Bauteile mit dem eigenen Kran an ihren Platz, und für Arbeiten in der Höhe genügt der Arbeitskorb, ohne dass eine separate Hubarbeitsbühne organisiert werden muss.

Für den Betrieb bedeutet das weniger Fahrten, weniger Abstimmung und einen effizienteren Personaleinsatz. Einen Satz seines Kunden hat Bader besonders im Ohr behalten:

„Früher sind wir zu sechst auf die Baustelle gefahren, heute schaffen wir die gleiche Arbeit zu viert.”

KRANIMOG

Für Bader bestätigt das seinen Ansatz. Entscheidend ist für ihn, was ein Betrieb mit dem Fahrzeug anders macht, und weniger, wie stark der Kran auf dem Papier ist. Ein Zimmerer transportiert größere Bauteile und montiert sie unmittelbar. Ein Energieversorger erreicht abgelegene Einsatzorte und hat die Hebetechnik gleich dabei. So wird aus dem Geräteträger eine Arbeitsmaschine für ganz unterschiedliche Gewerke.

Dass die Fahrzeuge über Jahre im Einsatz bleiben, zählt für Bader besonders. In den vergangenen Jahren hat der Betrieb X KRANIMOG gebaut, und bislang hat kein einziger Kunde seinen wieder verkauft.

Eine eigene Fahrzeugklasse statt eines weiteren Sonderfahrzeugs

Heute blickt Bader auf eine Entwicklung zurück, die mit einer schlichten wirtschaftlichen Überlegung begann und zu einer eigenen Fahrzeugfamilie führte. Sein Ziel reicht inzwischen über den deutschen Markt hinaus. Bader will den KRANIMOG langfristig als eigene Klasse vielseitiger Arbeitsfahrzeuge etablieren und dabei die Unabhängigkeit und den direkten Draht zu seinen Kunden behalten. Im Vordergrund steht für ihn die technische Weiterentwicklung und die Frage, welche Einsatzbereiche als Nächstes dazukommen.

„Wenn ein Kunde vor einer schwierigen Aufgabe steht und als Erstes an den KRANIMOG denkt, haben wir unser Ziel erreicht.”

Die Herausforderungen im Handwerk werden derweil nicht kleiner. Fachkräfte fehlen, Fahrzeuge verursachen hohe laufende Kosten, und auf den Baustellen wird der Platz knapper. Baders Antwort darauf führt vorhandene Funktionen in einem Fahrzeug zusammen, statt eine weitere Spezialmaschine danebenzustellen.

2026 wird der Unimog 80 Jahre alt. Albert Friedrich entwarf ihn nach dem Krieg als universelles Arbeitsfahrzeug, das mehr Aufgaben übernimmt als jedes andere seiner Zeit. Der KRANIMOG führt diesen Gedanken fort, aus einem Familienbetrieb im Inntal heraus, der den Unimog seit über sechs Jahrzehnten kennt. Aus dem Wunsch, einem Unimog mehr Einsatzstunden zu geben, ist ein Fahrzeug geworden, mit dem Handwerksbetriebe ihre Arbeitsabläufe grundlegend verändern.

Wer wissen möchte, welches KRANIMOG-Modell für den eigenen Betrieb infrage kommt, kann bei Anton Fischbacher einen unverbindlichen Besichtigungstermin vereinbaren, unter kranimog.de. Dabei werden die Anforderungen des Betriebs besprochen und die Modelle mit ihren Ausstattungen vorgestellt.

Geschrieben von

Samuel Altersberger ist Redakteur beim UnternehmerJournal. Vor seiner Arbeit beim DCF Verlag war er bereits sechs Jahre als freier Autor tätig und hat während dieser Zeit auch in der Marketing Branche gearbeitet.

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