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Bubora: Sind die 24.000 Euro Kosten für Matthias Aumanns “KI-Lösung” gerechtfertigt?

Der Markt für Lernplattformen (LMS) wächst rasant, angetrieben durch den Bedarf an digitaler Mitarbeiter- und Kundenweiterbildung. Das dachte sich wohl auch Matthias Aumann – und hat mit Bubora jetzt eine eigene Lösung präsentiert. Wir klären, ob Bubora sich lohnt – und wie die Software im Vergleich mit etablierten Lösungen abschneidet.

Bubora-Kosten-Test

Bubora – wer diesen Begriff aktuell bei Google eingibt, findet eine halbfertige Webseite, eine neu gegründete GmbH und eine Firma, die offenbar Textilien für das Startup hergestellt hat. Und man stößt auf AGB, in denen ein Satz steht, den Kunden eher ungern lesen dürften: “bubora.ai befindet sich in einer frühen Alpha-Phase. Der Dienst ist experimentell, kann fehlerhaft oder vorübergehend nicht erreichbar sein und ist nicht für den produktiven Einsatz gedacht.” Ein Anspruch auf bestimmte Funktionen, Leistungswerte oder Ergebnisse bestehe nicht.

Bubora – das vielleicht teuerste Tool auf dem Markt?

Das alles hielt Handwerkscoach Matthias Aumann nicht davon ab, das Produkt in einem Webinar bereits ausführlich zu bewerben und zu verkaufen – für 500 Euro im Monat auf 48 Monate Vertragsbindung – gesamt also stolze 24.000 Euro (!) – ohne Anspruch auf eine bestimmte Leistung, wohlgemerkt. Der Kunde spart sich immerhin weitere 24.000 Euro Installationsgebühr, um damit Teil eines Experiments zu werden. Ob diese zusätzlichen 24.000 Euro bei einem regulären Kauf noch dazukämen? Das haben wir Matthias Aumann und sein Team gefragt – eine Antwort wollte man uns nicht geben.

Wäre es so, läge das Kunden-Invest in Bubora bei fast 50.000 Euro.

Bubora Kosten

Doch wo liegen andere Tools im Markt? Vorweg: Der Einstieg ist in der Regel deutlich günstiger. Wir haben ein Ranking erstellt und vergleichen immer den Start-Preis, da diese Pakete für die Mitarbeiter-Ausbildung in der Regel genügen:

  1. Bubora (500 EUR/Monat für 48 Monate, eventuell noch 24.000 EUR Setup)
  2. Kajabi (179 EUR/Monat)
  3. Memberspot (49 EUR/Monat)
  4. Coachy (42 EUR/Monat)

Bubora – fertiges Produkt oder “Jugend Forscht”?

Gibt es dafür wenigstens starke, nie dagewesene Features? Tatsächlich hat Bubora – natürlich ohne Gewähr – bereits ein paar Features – und diese Features entsprechen teilweise auch dem, was man von etablierten Lösungen kennt. Aumann zeigte bereits einige Punkte, im Webinar stürzte die Software allerdings ab. Offensichtlich wurde auch keine funktionierende Online-Applikation gezeigt, sondern lediglich eine “Localhost”-Testumgebung gezeigt.

Daher liefern wir hier nun einen Überblick dessen, welche Features zum Start schon verfügbar sein sollen. Wir haben Matthias Aumann natürlich ausführlich gefragt, welche Features das Produkt spannend machen. Außerdem haben wir ihn gefragt, ob er Bubora für ausgereift hält und, ob er es in seinen Firmen selbst nutzt. Eine Antwort blieb bis Redaktionsschluss aus.

Verfügbare Features von Bubora (laut Präsentation)

Die folgenden Punkte sind als Features von Bubora zum Start bereits verfügbar, entsprechen teilweise dem, was auch etablierte Lösungen bieten, wobei der Reifegrad noch gering scheint. Natürlich können (siehe AGB) all diese Features auch gar nicht oder später erst kommen. Auch dazu wollte Aumann sich nicht äußern.

  • Lern-Ansicht: Oberfläche zur Darstellung der Lerninhalte
  • Kursübersicht: Anzeige aller verfügbarer Kurse für den Nutzer
  • Inhaltsbearbeitung: Editor zur Erstellung und Anpassung von Kursinhalten
  • Kursverwaltung: Administratives Werkzeug zur Organisation der Kurse
  • Kursadministration (Freischaltung): Steuerung, welche Nutzer Zugriff auf welche Kurse erhalten 
  • Branding: Funktionen zur Anpassung der Oberfläche an das Corporate Design 
  • Videoaufnahme: Möglichkeit, Videos direkt im Kursbearbeitungs-Popup aufzunehmen

Diese Features entsprechen dem, was alle genannten Alternativen auch anbieten. Wir haben Aumann gefragt, welche weiteren Features seine Software auszeichnen. Eine Antwort bekamen wir nicht.

Bubora-Features im Check: Echte Screenshots

Auch auf der Webseite von Bubora finden sich viele Versprechen, aber wenig konkrete Demos oder Screenshots. Daher haben wir recherchiert und selbst zu den wesentlichen Features  Bilder organisiert. Wir ordnen diese Screenshots auch ein, bei den folgenden Einschätzungen handelt es sich um die subjektive Meinung der Redaktion. Jeder Leser kann sich natürlich eine eigene Meinung bilden:

Der Bubora-Editor wirkte auf uns kompliziert – viele Menüpunkte und Kategorien fallen sofort auf

 

Bubora bietet natürlich eine grundlegende Lernoberfläche. Die gestaltet sich allerdings etwas verwirrend. Es gibt Ordnerstrukturen, Untermenüs und unter dem Video noch diverse Reiter, was die Oberfläche verwirrend macht.

Die Kursübersicht in Bubora wirkt karg und unattraktiv. Es gibt außerdem keine Fortschrittsanzeige.

 

In Bubora ist es möglich, Videos aufzunehmen. Einen Video-Cutter vermissen wir. Die Symbole machen nicht klar, was man eigentlich tun kann.

 

Bei Bubora ist die Administration sehr überladen und kleinteilig. Die Gefahr, Kurse falsch oder nicht zuzuordnen, ist hoch. Auch hier gibt es diverse verschachtelte Menüs.

 

In Bubora kann man Farben und ein Logo hinzufügen. Zudem können automatisch Zertifikate ausgestellt werden. Diese Funktion ist für Coaches mit Vorsicht zu genießen, da es sich dabei um eine Lernstandskontrolle im Sinne des FernUSG handeln könnte.

 

Die Bubora-Kursverwaltung ähnelt einem Kanban-System. Daruch werden extrem viele Infos auf einmal angezeigt, aber nicht besonders übersichtlich. Kritisch finden wir auch hier, dass sich die Admin-Darstellung von der User-Darstellung massiv unterscheidet.

 

Weitere Features und Vorteile, die andere Plattformen zu bieten haben, welche Bubora in der Demo fehlten:

  • Die Alternativen sind erprobt: Tausende Kunden mit Millionen von Usern – ohne Performance-Probleme.
  • Native App für Smartphones: Damit Inhalte auch ganz bequem unterwegs auf dem iPad oder Smartphone konsumiert werden können.
  • Community-Funktion: Mit der man ein eigenes Mitarbeiter-Portal aufbauen oder Kunden miteinander vernetzen kann.
  • Umfangreiche Prüfungen: Damit Wissensabfragen bei Mitarbeitern oder Kunden durchgeführt werden können.
  • Interaktive Abgaben: Um Auszubildende interaktiv mit Video-, Audio- oder Datei-Abgaben zu trainieren.
  • Integriertes Video-Schnitt-Tool: Um Versprecher direkt aus Videos zu entfernen.
  • Hubs: Dashboards, mit denen man Mitarbeitern ein Intranet bieten oder Kunden bzw. Coaching-Teilnehmer mit Informationen versorgen kann.
  • Pop-ups: Mit denen wichtige Informationen an Mitarbeiter ausgespielt oder relevante Kundeninfos geteilt werden können.
  • Umfangreiche Academy: Mit der man durch umfangreiche Schulungsvideos das Maximum aus der Lernplattform herausholen kann.
  • Intelligente Suche: Mit der Mitarbeiter kontextbasiert aus allen Inhalten wie Videos oder Texten der Plattform selbstständig Fragen beantworten können.
  • Feedback-Funktion: Mit der man schnell und einfach Feedback von Lernenden sammelt, um Inhalte nutzerbasiert zu verbessern.
  • Umfangreiche Gruppen- & Produktstruktur: Damit lassen sich Inhalte mit wenigen Klicks für Mitarbeiter- oder Kundengruppen freischalten.
  • KI-Tools: Andere Tools nutzen KI, um Zusammenfassungen der Videos zu erstellen

Fazit zu Bubora

Wer ein Kurs-Tool mit eher grundlegenden Features braucht, findet auf dem Markt wesentlich günstigere Alternativen – die zugleich auch erprobt sind und meist mehr bieten. Stand jetzt ist Bubora ein Experiment, das sich jeder Unternehmer selbst überlegen sollte.

Geschrieben von

Chefredakteur des UnternehmerJournals, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland.

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