Die vergangenen Jahre haben viele mittelständische Unternehmen stark gefordert: Hohe Auslastung, Fachkräftemangel, digitale Veränderungen und operative Anforderungen lassen kaum Raum für Strategie oder Erholung. Für viele Geschäftsführer bedeutet das: Sie arbeiten am härtesten, tragen die meiste Verantwortung und kommen dennoch kaum voran. Kein Wunder also, dass das Interesse an strukturierten Lösungen für mehr Zeit, Klarheit und unternehmerische Freiheit wächst. Doch welche Schritte führen tatsächlich aus dem Tagesgeschäft heraus? Und wie lässt sich sicherstellen, dass das Unternehmen auch ohne die ständige Anwesenheit des Chefs reibungslos läuft? „Die meisten wissen gar nicht, wo sie konkret feststecken – sie spüren nur die Belastung“, sagt Marius Schuler.
„Erst eine klare Analyse und ein individueller Fahrplan machen echte Veränderung möglich. Wenn Prozesse unabhängig vom Geschäftsführer funktionieren, entsteht unternehmerische Freiheit“, fügt er hinzu. Genau hier setzen Marius Schuler und sein Expertenteam an. Als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Schuler & Bußhart Consulting GmbH begleitet Marius Schuler mittelständische Unternehmer persönlich im 1:1-Mentoring. Statt standardisierter Programme bietet er individuelle Transformationsprozesse, die auf die jeweilige Unternehmensrealität zugeschnitten sind. Der Fokus liegt darauf, Verantwortlichkeiten klar zu definieren, Entscheidungswege zu entlasten und Unternehmen so aufzustellen, dass sie auch ohne die permanente Präsenz des Geschäftsführers stabil funktionieren. Das Ergebnis: mehr Zeit für Strategie, ein handlungsfähiges Führungsteam und Unternehmen, die wieder wachsen – statt im operativen Alltag festzustecken.
Marius Schuler bei uns im Interview!
Herzlich willkommen im UnternehmerJournal, Marius Schuler! Viele mittelständische Geschäftsführer fühlen sich im Tagesgeschäft gefangen. Was ist aktuell das größte Problem, das Ihre Zielgruppe belastet?
Das zentrale Problem ist, dass viele Unternehmer nicht mehr ihr Unternehmen führen, sondern von ihrem Unternehmen geführt werden. Sie starten mit einem groben Plan in den Tag, werden aber sofort von Anrufen, Mitarbeiterfragen und ungeplanten Aufgaben überrollt. Am Ende haben sie viel gearbeitet, dennoch fühlt es sich für sie so an, als hätten sie nichts erreicht. Das belastet nicht nur das Unternehmen, sondern auch ihr Privatleben. Hinzu kommt, dass viele gar nicht genau wissen, warum sie feststecken. Strukturen sind über Jahre gewachsen, Verantwortlichkeiten unklar, und weil sie das Unternehmen oft selbst aufgebaut haben, fühlen sie sich für jedes Detail verantwortlich. Das macht es schwer, Aufgaben abzugeben und echte Entlastung zu schaffen.
Die Lösung liegt weniger im „mehr Arbeiten“, sondern im Perspektivwechsel und einer strukturellen Basis: klare Abläufe, definierte Rollen und eine Kommunikation, die unabhängig vom Geschäftsführer funktioniert. Erst dann gewinnen Unternehmer wieder Kontrolle über ihren Alltag und die Energie, das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Ihnen ab, wenn sich ein Unternehmer für Ihr Mentoring entscheidet?
Ich arbeite im 1:1-Mentoring höchstgradig individuell und begleite meine Kunden in der Regel mindestens sechs bis zwölf Monate. Nachhaltige Veränderung braucht Struktur und Zeit. Zu Beginn analysieren wir gemeinsam, wo Zeit verloren geht, wie effektiv die aktuellen Aufgaben sind und welche Vision der Unternehmer verfolgt. Auf dieser Grundlage entwickeln wir einen individuellen Fahrplan über die wichtigsten Bereiche: Selbstorganisation, Positionierung, Marketing, Vertrieb, Recruiting, Führung sowie Prozesse und Automatisierung.
Ein zentraler Baustein ist die sogenannte „Geniezone“ – also der Bereich, in dem der Unternehmer die größte Effektivität seines Tuns entfaltet und zugleich am meisten Freude empfindet. Bei vielen umfasst dieser Bereich maximal rund 20 Prozent des Alltags, während 80 Prozent aus operativen Tätigkeiten bestehen, die zwar den Eindruck von Dringlichkeit vermitteln, aber oft eher aufhalten, als voranbringen. Unser Ziel ist es, dieses Verhältnis Schritt für Schritt umzudrehen, damit wieder Raum für Strategie und Wachstum entsteht.
Raus aus dem Unternehmer-Hamsterrad: Ein Blick in die Praxis
Wie sieht diese individuelle Zusammenarbeit in der Praxis aus? Können Sie ein Beispiel nennen?
Wie individuell dieser Prozess aussieht, zeigt ein Beispiel aus meiner Arbeit: Ein Bowlingbahnhersteller aus Süddeutschland mit rund 100 Mitarbeitern. Der Juniorchef steckte tief im operativen Alltag fest und kam kaum zu strategischen Themen. Nachdem er mein Buch gelesen hatte, wurde ihm klar, dass genau das sein Engpass ist. Gemeinsam haben wir zunächst seine Vision neu definiert – etwas, das in gewachsenen Familienbetrieben oft vernachlässigt wird. Anschließend haben wir Verantwortlichkeiten neu geordnet und die Kommunikation mit den Führungskräften klar strukturiert.
Bereits nach rund drei Monaten war ein deutlicher Unterschied spürbar: Die operative Abhängigkeit nahm deutlich ab, es entstand wieder mehr Freiraum, und das Team begann, deutlich eigenständiger zu arbeiten, statt bei jeder Kleinigkeit Rückfragen zu stellen. Mein Kunde hatte erstmals das Gefühl, nicht mehr nur im Unternehmen festzustecken, sondern sich wirklich mit strategischen Themen beschäftigen zu können. Genau solche Ergebnisse entstehen, weil ich ausschließlich direkt mit den Inhabern und Unternehmern selbst arbeite – ohne Gruppencoachings oder zwischengeschaltete Berater. Durch meine eigene unternehmerische Erfahrung kann ich mich schnell in unterschiedliche Branchen und Situationen hineinversetzen. So entwickeln wir Lösungen, die nicht nur kurzfristig entlasten, sondern langfristig tragen.
Viele Branchen stehen aktuell stark unter Druck. Wie begleiten Sie Unternehmen in solchen schwierigen Marktsituationen?
Gerade in herausfordernden Branchen wird deutlich, wie wichtig eine klare strategische Ausrichtung ist. Ein gutes Beispiel ist ein CNC-Fräser aus der produzierenden Industrie. Zahlreiche Betriebe in diesem Bereich hängen stark von der Automobilindustrie ab – und diese steckt seit Jahren in der Krise. Viele metallverarbeitende Unternehmer glauben aktuell deshalb, dass nur der Weg in den Defense-Bereich als Alternative bleibt. Dort ist die Nachfrage zwar hoch, aber der Zugang extrem hart umkämpft und für viele nur schwer umsetzbar.
Mit meinem Kunden bin ich bewusst einen anderen Weg gegangen. Statt ihn in einen überlaufenen Markt zu drängen, haben wir analysiert, welche Branchen auch in schwierigen Zeiten zuverlässig Nachfrage bieten: die Verpackungsindustrie, Lebensmittelproduzenten oder Hersteller von essenziellen Konsumgütern. Das sind Märkte, die unabhängig von Konjunktur und geopolitischen Entwicklungen stabil bleiben.
Diese Neuausrichtung hat schnell Wirkung gezeigt. Das Unternehmen konnte mehrere neue Mandate gewinnen und ist für das kommende Jahr finanziell vollständig abgesichert. Während andere Betriebe von Woche zu Woche planen müssen, hat dieser CNC-Fräser heute eine klare Positionierung, stabile Prozesse und eine Perspektive, die wieder Wachstum ermöglicht. Genau solche strategischen Entscheidungen machen Unternehmen langfristig resilient.
Die persönliche Unternehmerreise: Wie aus eigener Überlastung ein Mentoring-Ansatz entstand
Marius Schuler, Sie haben selbst erlebt, wie belastend ein überfülltes Tagesgeschäft sein kann. Wie hat Ihre eigene Unternehmerreise Ihr heutiges Mentoring geprägt?
Meine eigene Geschichte ist der Grund, warum ich heute genau diese Arbeit mache. Wir sind 2020 als Marketingagentur gestartet und schnell gewachsen – aber genau dabei sind wir selbst in die typische Unternehmerfalle geraten: 60- bis 80-Stunden-Wochen, volle Wochenenden, kaum Zeit für strategische Entscheidungen. Wir hatten ein Team, aber keine klaren Strukturen, und somit landete am Ende alles wieder bei mir. Um das zu verändern, habe ich im Lauf der Zeit etwa 200.000 Euro netto in meine persönliche Weiterbildung investiert. Ich wollte verstehen, wie erfolgreiche Unternehmer es schaffen, frei zu sein und gleichzeitig ihr Unternehmen weiterzuentwickeln.
„Ich habe viele Methoden getestet, weiterentwickelt und speziell auf den Mittelstand angepasst.“
Als diese Strukturen bei uns selbst gegriffen haben – bis hin zu einer vierwöchigen Auszeit in Australien, während das Unternehmen problemlos weiterlief – wurde ich zunehmend von anderen Unternehmern angesprochen. Genau daraus ist mein heutiges Mentoring entstanden: aus der eigenen Erfahrung, im Tagesgeschäft festzustecken, und aus dem Wissen, wie befreiend es ist, wenn Prozesse und Verantwortung endlich tragen.
Die Mission von Marius Schuler – 1.000 Unternehmer raus aus dem Tagesgeschäft holen
Der Markt befindet sich im Wandel, Digitalisierung und KI setzen viele Unternehmen unter Druck. Welche Entwicklungen sehen Sie? Und wie können sich Unternehmer heute resilient aufstellen?
Wir erleben aktuell eine Phase, die viele Unternehmen verunsichert: wirtschaftliche Abschwächung, Digitalisierung, demografischer Wandel und der rasante Aufstieg von KI. Für viele Branchen ist das eine echte Belastungsprobe. Gerade in solchen Zeiten ist es entscheidend, nicht in die gleiche Richtung zu laufen wie alle anderen. Wer jetzt antizyklisch handelt und sich klar positioniert, schafft enorme Vorteile.
Viele Unternehmer reagieren auf die Unsicherheit mit Zurückhaltung, doch das ist oft der falsche Weg. Jetzt ist der Moment, die eigene Einzigartigkeit herauszuarbeiten: Was macht mein Unternehmen unverwechselbar? Wo liegt unser größter Hebel? Wenn diese Klarheit fehlt, wird man schnell vom Markt getrieben – sei es durch Konkurrenz, Digitalisierung oder technologische Entwicklungen.
KI spielt dabei eine große Rolle. Sie ist keine Bedrohung, wenn man weiß, wer man als Unternehmen ist und welche Stärken man ausspielen möchte. Im Gegenteil: Wer stabil steht, kann KI nutzen, um Prozesse zu automatisieren, Zeit zu sparen und Ressourcen besser einzusetzen. Aber dafür braucht es eine solide Basis – strukturelle Klarheit, definierte Rollen und ein Team, das Verantwortung übernimmt. Ein Unternehmen ist dann wirklich resilient, wenn es unabhängig vom Gründer funktioniert, klare Prozesse hat und flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Genau darauf bereiten wir Unternehmer vor: nicht, um Krisen zu fürchten, sondern um sie für sich positiv zu nutzen.
Ihr Buch ‚Raus aus dem Tagesgeschäft‘ fasst viele Ihrer Erfahrungen zusammen. Welche zentrale Botschaft möchten Sie Unternehmern damit mitgeben – und wie zahlt das auf Ihre persönliche Mission ein?
Die wichtigste Botschaft des Buches ist: Unternehmer müssen nicht im Tagesgeschäft gefangen bleiben. Viele glauben, ihr voller Kalender sei ein Naturgesetz – dabei ist es meist das Ergebnis gewachsener Strukturen, fehlender Prioritäten und alter Gewohnheiten. „Raus aus dem Tagesgeschäft“ zeigt Schritt für Schritt, wie man diese Muster durchbricht, klare Strukturen schafft und wieder Freiheit gewinnt, ohne dass das Unternehmen darunter leidet.
Das Buch ist bewusst praxisnah geschrieben. Es enthält die 12 typischen Stolpersteine, 3 konkrete Fallstudien aus meiner Arbeit und 5 strategische Säulen, wie man sich selbst und sein Unternehmen neu ausrichtet. Viele Leser berichten, dass sie sich darin zum ersten Mal wirklich wiederfinden – weil es genau die Themen anspricht, über die im Mittelstand sonst kaum gesprochen wird. Gleichzeitig ist das Buch ein wichtiger Teil meiner persönlichen Mission: 1.000 Unternehmer aus dem deutschsprachigen Mittelstand aus dem Tagesgeschäft zu befreien. 225 haben diesen Schritt bereits geschafft. Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer, der durch das Buch neue Klarheit gewinnt oder den ersten Impuls zur Veränderung bekommt, bringt mich dieser Mission ein Stück näher. Für viele ist das Buch der Einstieg in einen Prozess, der ihr gesamtes Unternehmen verändert – und oft auch ihr Privatleben. Genau dafür habe ich es geschrieben.
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