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Staat bremst digitale Transformation

Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation. Die Förderprogramme fokussieren sich aber oft nur auf Investitionen in physisches Kapital und schwächen damit die Nutzung digitaler Dienste.

Cloud Computing gilt aktuell als einer der wichtigsten Trends in der IT überhaupt. Unternehmen können dadurch, statt Software zu kaufen und auf eigenen Rechnern zu installieren, diese einfach mieten. Die Anwendungen werden dann von den Anbietern über eine Cloud bereitgestellt.

Cloud Computing

Cloud Computing beschreibt eine IT-Struktur, die beispielsweise über das Internet, in einer Cloud verfügbar gemacht wird. Dabei geht es mit unter um die Bereitstellung von Speicher, Datenbanken oder Software. Die Cloud beschreibt eine Art externen Knotenpunkt, an welchem diese Daten hinterlegt werden können.

Beispiel: Office 365 von Microsoft, ein Cloud-basiertes Büropaket

Zudem bietet Cloud Computing die Grundlage für die digitale Transformation in Unternehmen. Sie ermöglicht es, dass Apps und Daten in der Cloud von überall her aufgerufen werden können. Insbesondere datengetriebene Geschäftsmodelle sind auf die Cloud angewiesen, um umfangreiche Daten von Maschinen und Sensoren im Unternehmen sammeln und auswerten zu können.

Tatsächlich könnte der Rückstand mit staatlichen Förderprogramme zur Beschleunigung der Digitalisierung begründet werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim in Kooperation mit der OECD zu den Auswirkungen staatlicher Programme zur Investitionsförderung auf die Verbreitung von Zukunftstechnologie. Die Förderprogramme enthalten offenbar schwerwiegende Fehlanreize bei den Investitionen. „Es besteht die Gefahr, dass der Staat unbeabsichtigt die Verbreitung von Cloud Computing verlangsamt – mit weiteren negativen Folgen für die Verbreitung von anderen datengetriebenen Technologien, die von Cloud Computing abhängen, wie beispielsweise Big-Data-Anwendungen“, sagt Steffen Viete, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ und Mitarbeiter im Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Wo liegen die Fehlanreize?

Bisher unterstützen die staatlichen Initiativen hauptsächlich Investitionen in physische Güter. Der Staat sorgt damit dafür, dass anderweitige Investitionen, wie auch in Cloud Computing, aufgeschoben werden. Laut der Studie sollten staatliche Förderprogramme um digitale Dienste erweitert werden. Dadurch könnten auch die Unternehmen gefördert werden, die zunehmend mit immateriellen Gütern wirtschaften.

In ihrer Studie analysierten Forscher zwei Förderprogramme in Deutschland und Großbritannien. Das Ergebnis: Durch das britische Programm investierten die geförderten Unternehmen insgesamt 64 Prozent mehr. Die Investitionen zum Erwerb von Informations- und Kommunikationstechnologien nahmen um 34 Prozent zu und die zum Erwerb von Hardware um 31 Prozent. Jedoch sank bei den Unternehmen die Wahrscheinlichkeit für die Nutzung von Cloud-Diensten um 12 Prozent. In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild. „In beiden Fällen trug die staatliche Förderung dazu bei, dass Unternehmen weniger geneigt waren, Cloud Computing zu nutzen“, sagt Raphaela Andres, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“.

Aufgrund der Ergebnisse kommen die Forscher zu dem Schluss, dass der Staat seine Förderprogramme überarbeiten sollte, um die digitale Transformation voranzubringen und diese nicht stattdessen zu verlangsamen.

Gurpinder Sekhon
Geschrieben von

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im UnternehmerJournal.

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