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Sorge vor hohen Ausfällen bei Banken

Die Folgen der Corona-Krise zeigen sich nun auch bei den Banken: Unzählige Bankkunden können ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Bei einer Befragung der “Bild”-Zeitung teilte die Sparkassen-Finanzgruppe mit, dass zuletzt bei 366.623 Kreditverträgen Zins und Tilgung gestundet wurden. Eine Umfrage der Zeitung ergab, dass Hunderttausende Bankkunden in den vergangenen Wochen nicht in der Lage waren, ihre Kredite zu bedienen.

„Wir haben in den letzten Wochen erwartungsgemäß vermehrt Anfragen von Privatkunden nach Tilgungspausen und Tilgungsherabsetzungen sowie Anträge auf Ratenstundung erhalten“, erklärte ein Sprecher der ING. Jedoch sei die Zahl der Stundungen „Gemessen am Gesamtbestand der Verbraucherdarlehen“ „relativ gering“.

Aufschub nicht mehr möglich

Das von der Bundesregierung beschlossene Kredit-Moratorium ist Ende Juni ausgelaufen. Es ermöglichte Verbrauchern, Kredite vorübergehend zu stunden und somit Zahlungen aufzuschieben. Da das Moratorium ausgelaufen ist, besteht bei den Kreditinstituten nun große Sorge vor Ausfällen.

Pleitewelle

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) zeigt: Auf Kreditinstitute kommt eine Welle von Pleiten zu, welche ihnen schwer zusetzen könnte. Bislang konnten sie sich halten und es kam zu keinen Ausfällen im Zahlungsverkehr. Sollte die besagte Welle jedoch auf die bereits geschwächten Finanzdienstleister treffen, könnte dies für einige von ihnen das Aus bedeuten.

Laut IWH wird die Corona-Krise auch dazu führen, dass Tausende Firmen ihre Kredite nicht bedienen können. Die Ausfälle könnten für die Banken zur Existenznot führen. Sollte sich die deutsche Wirtschaft, entgegen der Erwartungen, schnell erholen, wären sechs Prozent der Geldhäuser gefährdet. Sollte die Krise jedoch länger anhalten, könnten bis zu 28 Prozent der deutschen Banken ins Straucheln geraten. „Selbst wenn es für die deutsche Wirtschaft sehr gut läuft, halten wir eine neue Bankenkrise für wahrscheinlich“, so der IWH-Präsident Reint Gropp.

Hohes Risiko für Genossenschaftsbanken

Besonders bei den Sparkassen und Volksbanken besteht ein erhöhtes Risiko. Bei diesen Banken gibt es seit Jahren eine Konsolidierung, da viele Banken eigenständig kaum noch überlebensfähig sind. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen mit Kreditausfällen rechnen. Sie vergeben den Großteil ihrer Kredite an kleine Firmen, darunter Einzelhandel und Gastgewerbe. Diese sind krisenanfälliger als Großunternehmen.

Bankensektor europaweit gefährdet

Eine Studie der Allianz hat ergeben, dass die Kreditausfallquote von fast drei Prozent im vierten Quartal 2019 auf bis zu 5,4 Prozent im vierten Quartal 2021 steigen könnte. Sollten die Banken aufgrund zunehmender Unsicherheit und Risiken weniger Kredite vergeben, könnte dies die wirtschaftliche Erholung Europas verlangsamen.

Gurpinder Sekhon
Geschrieben von

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im UnternehmerJournal.

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