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So werden Sie zum attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen gerne zur Arbeit, sie sind selten krank, die Fluktuation ist niedrig und der Umsatz hoch. Wie schaffen es manche Unternehmen, all das zu erreichen? Das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work hat dieses Jahr zum 18. Mal die besten Arbeitgeber Deutschlands gesucht.

Die Unternehmenskultur ist maßgebend für den Erfolg eines Unternehmens. 840 Unternehmen bewarben sich 2020 bei Great Place to Work, um zum besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet zu werden. Dazu wurden über 200.000 Beschäftigte in Firmen aus verschiedenen Größenklassen befragt: Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern, 2.001 bis 5.000, 501 bis 2.000, 251 bis 500, 101 bis 250 und 50 bis 100 Mitarbeitern. 100 Firmen haben das Zertifikat erhalten.

Kriterien für eine gute Unternehmenskultur

Die Bewertungsgrundlage bildete ein Fragebogen mit über 60 Fragen zu verschiedenen Themen rund um den Arbeitsplatz: Die Qualität der Führung, Fairness, Wertschätzung, Teamgeist, Weiterbildungsangebote, Unterstützung der beruflichen Entwicklung, soziale Integration, Work-Life-Balance und betriebliche Gesundheitsförderung.

Work-Life-Balance

Ein wichtiges Kriterium ist die Familienfreundlichkeit der Firma. Wer Kinder hat, kann diese zum Beispiel beim Clouddienstleister Adacor Hosting mit an den Arbeitsplatz bringen. Denn dort gibt es das sogenannte “Eltern-Kind-Büro-Konzept”. Die meisten Mitarbeiter mit Kindern erledigen den Großteil ihrer Arbeit aus dem Homeoffice. Wenn sie aber beispielsweise für Konferenzen kurz ins Büro kommen müssen, sind Kinder dort willkommen. Sie können in den Büros still malen oder spielen und es findet sich immer jemand, der aufpasst. 

Das entlastet Mitarbeiter, da sie nicht extra Urlaubstage nehmen müssen, um die Kinder zu betreuen. Die Geschäftsführung zeigt sich hier höchst tolerant. Das liegt besonders daran, dass auch sie Familien haben und um die Schwierigkeit der Betreuung wissen. Auch NetCologne, einer der größten regionalen Telekommunikationsanbieter Deutschlands steht für Work-Life-Balance. Neben umfangreichen Programmen zur Kinderbetreuung können Mitarbeiter Beratungsangebote für pflegebedürftige Angehörige oder Lebens-Coachings in Anspruch nehmen.

Als Mitarbeiter Verantwortung übernehmen

Im Supermarkt Rewe in Wurstermark erklärt Andreas Fleischer, dass seine Angestellten das Recht hätten, alle Zahlen zu kennen. Ob Umsatzzahlen oder Statistiken der Waren – nur wer die Zahlen überblicke, könne unternehmerisch handeln. Noch wichtiger ist aber das Einbinden seiner Mitarbeiter in die Unternehmensplanung. Ziele legen sie gemeinsam für die Monate und das Jahr fest. Danach überträgt er jedoch die Verantwortung an sein Team. Wie sie die Etappen erreichen, dürfen sie selbst entscheiden. Dazu dürfen sie das Sortiment verändern oder ausbauen, Verkostungen organisieren oder umbauen. 

Nach dem gleichen Prinzip arbeiten auch die Beschäftigten bei MaibornWolff. Sie dürfen selbst über Anschaffungen entscheiden und dazu in die Finanzlage des Unternehmens schauen. Die Kennzahlentransparenz “TruE” sorgt für gute Entscheidungen und das jenseits von Freigabe-prozessen.

Rundumservice

Ein Rundumservice bei der Arbeit klingt erstmal seltsam. Und doch gibt es das – bei der IT-Beratung Gambit Consulting. Dort kümmern sich zwei Kollegen rund um die Uhr um das Wohl der 110 Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehört das Organisieren von Geschenken, Arztterminen oder Hemden in die Reinigung zu bringen. Ein weiteres Team plant gemeinsame Aktivitäten wie Spieleabende oder Sportkurse. Das fördere den Zusammenhalt und ermögliche den Mitarbeitern, sich nur auf die Arbeit zu konzentrieren, so HR-Leiterin Sabine Goebbels.

Kleine Aufmerksamkeiten 

Kleine Geschenke machen Freude. Das gilt auch für das Arbeitsleben. Schließlich verbringen wir die meiste Zeit an unserem Arbeitsplatz. Wenn dieser Grundsatz von oben gefördert wird, durchzieht er mit großer Wahrscheinlichkeit die ganze Unternehmenskultur. Die Leiterin der K&S Seniorenresidenz Rodewisch, Anke Bausdorf, lebt dieses Prinzip. Egal, ob zu Fastnacht, zum Frauen- und Herrentag oder großen Festen wie Weihnachten. Eine Kleinigkeit verschenkt sie an alle Mitarbeiter: Von der Verwaltungs-, Putzkraft bis zu den Altenpflegern. Es geht nicht um den Geldwert, sondern um die Wertschätzung, die dahintersteckt.

Die Auswahl der technischen Mittel

Die IT-Beratung Status C hat begriffen, dass individuelles Arbeiten wichtig ist, damit Mitarbeiter beste Leistungen bringen können. Dazu zählt auch das richtige Equipment. Jeder ihrer Angestellten darf sich selbst technische Mittel, wie den Computer, aussuchen, ganz ohne festgelegtes Budget. Mit gewohnten Systemen fühlen sich die Beschäftigten wohl und arbeiten effizienter. Diese Freiheit schätzt man bei Status C.

Die Einarbeitungsphase

Eine andere IT-Beratung, die Gambit Consulting, ist Vorreiter in der Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Mithilfe einer Online-Plattform durchlaufen sie innerhalb von sechs Monaten eine Fachausbildung und Soft-Skill-Seminare. Zu letzteren gehören unter anderen Präsentations- und Konflikttrainings, Storytelling- oder Führungsschulungen. Zwar nehme diese Einarbeitungsweise laut der HR-Leitering Sabine Goebbels viel Zeit, Geld und Mühe in Anspruch. Dafür lohne es sich aber in Gänze, da die Entwicklung der neuen Kollegen von Tag zu Tag beobachtbar sei. Das Programm wird zusätzlich von einem Mentor betreut und alle sechs Wochen gibt es ein Onboarding sowie eine Feedback-Runde mit Sabine Goebbels.

Sport bei der Arbeit

Bewegung fördern – das gilt eigentlich schon von klein auf. Warum vergessen viele diesen Grundsatz dann im Arbeitsleben? Der Energieanbieter E wie einfach bietet deshalb in der Mittagspause Yogakurse an. Auch Adacor Hosting kann mithalten. Dem Team steht ein festangestellter Personal Trainer zur Verfügung. Sogar während der Quarantäne und auch jetzt noch, im Homeoffice, finden die Kurse über Zoom statt.

Kontakte unter den Mitarbeitern fördern

Nicht zuletzt kann ein Unternehmensklima nur dann gut sein, wenn sich die Mitarbeiter untereinander verstehen. Dazu müssen sie aber in irgendeiner Form zusammenkommen. Deshalb hat sich die Unternehmensberatung Elaboratum zum Ziel gesetzt, einmal monatlich eine Aktivität anzubieten. Wandern, Kickerturniere, Essen, Feste – so kommen die Angestellten ins Gespräch. Während Corona gab es einen virtuellen Kaffeeplausch. Auch der IT-Dienstleister Adesso punktet mit monatlichen Welcome Days, die das Kennenlernen der Unternehmensabläufe und der Kollegen ermöglicht, sowie Frühstücken, Spieleabenden oder Mannschaftswettbewerben.

 

Geschrieben von

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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