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Oktober 2020: 31,9 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als im Oktober 2019

Im Oktober 2020 liegt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 31,9 Prozent unter den Zahlen im Vorjahr. Jedoch sind die Zahlen nicht zwangsläufig so positiv, wie sie vielleicht auf den ersten Blick scheinen, denn: Noch bis zum 31. Dezember 2020 war die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt.

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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Oktober 2020 liegt weit unter den Zahlen des Vorjahrs. Damit ist die wirtschaftliche Notlage noch immer kein Auslöser für einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Die auf den ersten Blick positiven Ergebnisse könnten allerdings auch trügen, denn: Vor allem die bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzte Insolvenzantragspflicht ist Grund für die niedrigen Zahlen.

Pressemitteilung:

Im Oktober 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1 084 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 31,9 Prozent weniger als im Oktober 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt wurde. Die bereits ab Oktober 2020 wieder geltende Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen wird unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit der Gerichte erst später Auswirkungen auf die Zahlen haben.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Oktober 2020 im Baugewerbe mit 170 Fällen (Oktober 2019: 241). Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) sowie Unternehmen des Bereichs Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen stellten jeweils 134 Insolvenzanträge (Oktober 2019: 254 beziehungsweise 165). Im Gastgewerbe wurden 120 (Oktober 2019: 170) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens-insolvenzen im Oktober 2020 beliefen sich auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Im Oktober 2019 hatten sie noch bei knapp 3,4 Milliarden Euro gelegen.

Neue Entwicklung bei eröffneten Regelinsolvenzverfahren: Im Dezember 18 Prozent mehr Insolvenzbekanntmachungen als im Vormonat

Bei der vorläufigen Zahl der eröffneten Regelinsolvenzen im Dezember deutet sich dagegen eine neue Entwicklung an. Zwar lag, wie in den vorangegangenen Monaten des Jahres 2020, die vorläufige Zahl der eröffneten Regelinsolvenzen unter dem Vorjahreswert (-9 Prozent). Allerdings stieg sie im Vergleich zum Vormonat um 18 Prozent an. Dies stellt zusammen mit einem Anstieg um 5 Prozent im November eine Abkehr vom bisherigen Verlauf stetig sinkender Verfahrenszahlen seit Beginn der Corona-Pandemie dar.

Die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen veröffentlicht das Statistische Bundesamt seit dem Berichtsmonat März 2020, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie frühzeitig abzubilden.

64,7 Prozent weniger Verbraucherinsolvenzen im Oktober 2020

Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 2 859 übrige Schuldner im Oktober 2020 Insolvenz an. Das waren 61,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 1 857 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern (-64,7 Prozent) sowie 699 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen (-56,7 Prozent).

Der deutliche Rückgang an Insolvenzanträgen von Verbraucherinnen und Verbrauchern hat sich bereits seit Juli angedeutet und ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Ende 2020 ein Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre beschlossen wurde. Die Neuregelung gilt bereits für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren und ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Es ist davon auszugehen, dass deshalb nun nach und nach viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag stellen werden.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/32102/4808324

Gurpinder Sekhon
Geschrieben von

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im UnternehmerJournal.

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