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Neue Entwicklung: Wird das E-Auto als Dienstwagen konkurrenzfähig?

Elektroautos waren lange nicht sehr beliebt: Zu teuer, zu wenig Auswahl, kein gelungenes Design. Doch langsam findet ein Umdenken statt und Unternehmer greifen immer häufiger auf die Elektromobile als Dienstwagen für sich und ihre Mitarbeiter zurück.

Acht Prozent der im September neu zugelassenen Pkws waren reine Elektroautos. Das sind laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) insgesamt 21.200 Fahrzeuge. Im Vergleich dazu waren es im September 2019 nur 5.880 Stück. Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass aktuell ein Wandel stattfindet – und der Trend, ein Elektroauto zu kaufen und sogar als Dienstwagen durchzusetzen, nimmt noch stärker zu. 

Das E-Auto als neuer Firmenwagen

Besonders die Firmenkunden sind wichtige Abnehmer. Allein 63 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen sind gewerblicher Natur. Dabei planen 46 Prozent von 5.600 befragten Flottenmanagern in Unternehmen, in den nächsten drei Jahren zum ersten Mal E-Autos als Firmenwagen anzuschaffen. Das ergab eine Umfrage des Leasinganbieters Arval. 

Ein Dienstwagen stellt für viele mehr als nur ein Auto dar. Es dient als Wertschätzung, ähnlich wie eine Gehaltserhöhung. Deshalb müssen auch die E-Autos attraktiv sein. Matthias von Alten, Ex-BMW-Manager und aktuell bei der Beratungsfirma Publicis Sapient für den Automarkt zuständig, weiß: “Niemand wird es als Anreiz empfinden, ein Auto zu fahren, das ihm nicht gefällt oder für das er bei Kundenterminen schräg angeschaut wird.“

Immer mehr Modelle ziehen großes Interesse auf sich

Was den Erfolg der E-Autos etwas trübt, ist die im Vergleich zu konventionellen Autos geringere Auswahl. Dennoch schaffen es immer mehr Modelle, Unternehmer zu überzeugen. Darunter befindet sich beispielsweise das E-Auto der Volvo-Marke Polestar. Das 56.440 Euro teure (Bruttolistenpreis) sportliche Modell lockt mit 408 PS und 78 Kilowattstunden (kWh) Batteriekapazität, was einer Reichweite von 470 Kilometern entspricht. Ebenso Volkswagen präsentiert mit dem ID.3, der ab 35.500 Euro erhältlich ist, ein erstes attraktives E-Auto.

In der Oberklasse der E-Autos dominiert Tesla und sorgt dafür, dass es hier an nichts fehlt. Dass der Trend zukünftig in dieser Branche liegen wird, haben mittlerweile auch andere Premiumhersteller begriffen. Audi mit seinem e-tron oder Porsche mit dem Taycan ziehen deshalb nach. Solche Modelle eignen sich aufgrund des hohen Preises allerdings für die wenigsten als Firmenwagen. 

Verbesserung bei langen Lieferzeiten 

Was früher ein Problem darstellte, war die oftmals lange Lieferzeit von E-Autos. Aber auch hier findet ein Wandel statt und die Zeiten verkürzen sich. Philipp Sayler von Amende von der Neuwagenvermittlung Carwow äußert sich positiv: “Einen großen Unterschied zu Pkws mit Verbrennungsmotor gibt es bei den Wartezeiten nicht mehr. Wer ein Elektroauto in gängiger Konfiguration bestellt, kann es mitunter in drei Wochen bekommen. Wer etwas ausgefallenere Kombinationen aus Farben und Ausstattung wählt, muss auch bei Dieseln und Benzinern mit bis zu zwölf Monaten Wartezeit rechnen.“ 

Nur bei E-Kleinstwagen trifft das Vorurteil der längeren Lieferzeiten noch zu. Der Grund hierfür liegt allerdings in der angehobenen staatlichen Kaufprämie bis zum 31.12.2021 und der daraus resultierenden hohen Nachfrage. Käufer können bis zu 9.000 Euro Umweltprämie bei Autos mit einem Listenpreis von unter 49.000 Euro erwarten. 

Die Wartung eines E-Autos: Lohnenswert oder zu aufwendig?

Um nicht überrascht zu werden, sollten sich die E-Autofahrer nicht auf die Reichweitenangaben der Hersteller verlassen. Sinnvoller wäre es, einige Wochen lang ein Fahrtenbuch zu führen und zu recherchieren, wo sich Schnellladesäulen befinden. Das gilt besonders für jene, die viel auf Autobahnen fahren. Aufgrund des hohen Luftwiderstandes kann die Reichweite schneller abnehmen als angegeben. 

Starke monetäre Anreize beim E-Autokauf

Laut der Umfrage von Arval achten die meisten Autokäufer bei der Wahl des Firmenwagens auf den monetären Faktor. 56 Prozent der Fuhrparkmanager erklärten, dass sie ein Fahrzeug “nur mit Blick auf die Gesamtbetriebskosten” wählen. Während diesbezüglich früher Benziner und Diesel klar vorne lagen, können nun auch E-Autos mithalten. Das liegt an der staatlichen Kaufprämie. Kombiniert mit Steuernachlässen und günstigen Wartungskosten lohnen sich also auch die Stromer als Dienstwagen.

Um den gesamten Wertverlust eines Autos festzuhalten, hat sich unter Flottenmanagern die englische Abkürzung TCO (Total Cost of Ownership) etabliert. Darunter fallen die Abschreibung aufgrund von Wertverlust, die Stromkosten, Steuern, Versicherung und Wartung. 

Steuervorteile bei E-Autos 

Elektroautos werden für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Dabei müssen die Mitarbeiter, die den Firmenwagen auch privat nutzen, vom geldwerten Vorteil beim E-Auto nur 0,25 anstatt ein Prozent wie bei Verbrennern monatlich versteuern. Ein ganz neuer Kaufanreiz ist die Innovationsprämie. Bei Autos bis zu einem Neupreis von 40.000 Euro (Brutto, inklusive Mehrwertsteuer) gibt es einen Zuschuss von 6.000 Euro vom Staat und 3.000 Euro Preisnachlass vom Hersteller. Bei E-Autos jenseits der 40.000 Euro beträgt der Zuschuss des Staates 5.000 und der des Herstellers 2.500 Euro. 

Anne Kläs
Geschrieben von

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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