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McKinsey-Report zeigt: Deutschland könnte Wachstum bis 2030 verdoppeln

„Deutschland braucht eine kreative Erneuerung“: Die Unternehmensberatung McKinsey hat sechs Handlungsfelder ermittelt, über die Deutschland sein durchschnittliches Wachstum auf zwei Prozent bis 2030 verdoppeln könnte.

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Zwei Drittel der Deutschen erwarten bis 2030 einen radikalen Wandel. Dabei sollen vor allem die Jüngeren positiv gestimmt sein, wenn es um die Erholung und Erneuerung der Wirtschaft und Gesellschaft geht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die von McKinsey durchgeführt wurde. Um das durchschnittliche BIP-Wachstum auf zwei Prozent zu beschleunigen, benötigt Europas größte Volkswirtschaft demnach eine Transformation in allen Segmenten der Wirtschaft. 

Krise als „Adrenalin für Investitionen“

Fabian Billing, Deutschlandchef McKinsey, erklärt: „Deutschland braucht eine kreative Erneuerung. Disruptive, radikal neue Lösungen sowie Technologiekompetenz sind eine wichtige Basis dafür. In der COVID-19-Pandemie hat Deutschland gezeigt, zu welchen Veränderungen wir in kürzester Zeit in der Lage sind. Die Krise war Adrenalin für Innovationen. Diese Dynamik müssen wir erhalten.“

Im Rahmen der Umfrage hat McKinsey sechs Handlungsfelder analysiert, die für eine kreative Erneuerung Deutschland von großer Bedeutung sind:

1. Spitzenunternehmen: Transformation in wachstumsstarke Felder

Globale Topunternehmen haben einen überdurchschnittlichen Anteil an Forschung und Entwicklung (F&E). Damit dienen sie als Anker für ganze Industrien: 87 Prozent der Aufwendungen für F&E in Deutschland wurden 2017 von Großunternehmen (> 500 Mitarbeiter) getätigt. 

Somit haben Spitzenunternehmen die Chance, die Transformation der deutschen Wirtschaft zu mehr Wachstumsmomentum anzuführen: Dazu braucht es erfolgreiche Erneuerungen der Geschäftsmodelle, der Produktangebote und der Herstellungsprozesse in den traditionellen Kernsektoren, beispielsweise im Automobil-, Maschinenbau- oder Pharmasektor. 

Laut McKinsey liegen die größten Chancen in sektorübergreifenden Wachstumsfeldern: So könnte ein auf Deutschlands Stärken ausgerichtetes dynamisches Portfolio das jährliche BIP-Wachstum in 2030 um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte erhöhen.

2. Mittelstand: Vom Produktspezialisten zum Ökosystemspieler

Auch der deutsche Mittelstand ist maßgeblich am Wachstum beteiligt. Dabei spielen vor allem die führenden mittelständischen Unternehmen eine Rolle, die zu über 90 Prozent in der Hardwareproduktion agieren. Die Hardwareproduzenten in Deutschland müssen zusätzlich auf Software- und Systemneuerungen setzen, um zukünftig ihre wesentliche Position im System beizubehalten. Laut McKinsey ist auf diesem Gebiet allein durch den breiten Einsatz von KI und Automatisierung ein Wachstum von 0,4 Prozent bis 2030 möglich.

Allgemein bleibt im Mittelstand die Digitalisierung das wichtigste Thema. Durch die Pandemie sind bei vielen KMU die Digitalinvestitionen zurückgegangen, während große Unternehmen diese vermehrt haben. In den nächsten Jahren gilt es daher, die Digitalisierung wieder aufzunehmen und in den nächsten Jahren zum Erfolg zu führen.

3. Gründungen: Kommerzialisierung und Skalierung stärken

Gründungen befinden sich in Deutschland seit rund einem Jahrzehnt im Aufschwung. Das Venture Capital Funding hat sich zwischen 2010 und 2020 verzehnfacht. Derzeit gibt es 18 deutsche „Unicorns“, also junge Unternehmen mit einer Marktbewertung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar vor dem Börsengang oder Exit. 

Obwohl laut Umfrage mehr als die Hälfte der befragten 20- bis 40-Jährigen bereit wären, unternehmerisch tätig zu werden, schrecken viele wegen fehlendem Eigenkapital und dem hohen bürokratischen Aufwand zurück. „Als Basis für erfolgreiche Unternehmensgründungen und deren Skalierung braucht es eine noch bessere Verknüpfung von Forscher:innen mit Unternehmertum, das Fördern einer umfassenden Gründerkultur – etwa indem man Misserfolge als Lernschritt anerkennt – und noch mehr Wissen über den Zugang zu Kapital“, erklärt Graciana Petersen, Partnerin bei McKinsey.

4. Investitionen in Technologieführerschaft: F&E Ausgaben verdoppeln

Technologieführerschaft bedeutet vor allem auch Wertschöpfung. Der Umfrage zufolge liegen in Deutschland die technologischen Stärken besonders bei Automatisierung, nachhaltigen Energien, Materialien 2.0 und bei der Bio-Revolution. Schwächen hingegen zeigt Deutschland bei den Themen angewandte KI und Next-Generation-Computing.

Letzteres bezeichnet McKinsey als kritisch, da Zukunftstechnologien essentiell für das Wachstum einer Volkswirtschaft sind. Eine Verdopplung der privaten und öffentlichen Investitionen in F&E und ein starker Ausbau der digitalen Infrastruktur könnten daher das BIP-Wachstum bis 2030 um circa 0,5 Prozentpunkte erhöhen.

5. Transformation in die Zukunft der Arbeit: Wandel von 10,5 Mio. Jobs organisieren

Bis 2030 werden knapp zehn Prozent der Berufstätigen in andere Tätigkeitsfelder wechseln müssen. Zudem müssen über 6,5 Millionen Arbeitende ihre Fähigkeiten ausbauen, um der fortschreitenden Digitalisierung standzuhalten. Dafür benötigt es ein entsprechendes (Weiter-)Bildungssystem, das die Erwerbsbevölkerung ein Leben lang weiterentwickelt. 

McKinsey zufolge kann Deutschland dabei auf bewährte Systeme setzen, wie etwa duale Ausbildungen, Fachhochschulen, Universitäten und Lernplattformen. Neu entwickelte Lehrpläne definieren die technologischen und sozialen Kompetenzen, auf die Beschäftigte der Zukunft zwingend angewiesen sind.

6. Staat als ergebnisorientierter Partner

Der Staat spielt eine maßgebliche Rolle, wenn es um die Übernahme langfristiger Risiken und die Rahmenbedingungen für eine beschleunigte Wirtschaftsdynamik geht. Dabei stehen laut McKinsey zwei Prioritäten im Vordergrund: Vor allem muss der Staat ganzheitliche Regulierungen sicherstellen, die Planungssicherheit schaffen.

Darüber hinaus muss die Verwaltung stärker ergebnisorientiert handeln. Genehmigungsverfahren für Netzinfrastrukturen und andere Großprojekte werden zukünftig eine priorisierte Stellung einnehmen. „Deutschland hat eine einzigartige Chance, die kreative Erneuerung mit demselben Elan voranzutreiben, wie der Pandemie begegnet wurde. Wir müssen den Innovationsschwung und die kreative Erneuerung für werthaltiges Wachstum nutzen“, so Fabian Billing.

Geschrieben von

Nina Rath ist Bachelor of Science in Marketing und als Journalistin zuständig für tagesaktuelle News aus der Marketing- und Internet-Welt.

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