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Unternehmer formulieren klare Forderungen an die deutsche Politik

Europäische Unternehmen mit starkem Deutschlandbezug richten in der COVID-19 Krise klare Forderungen an die deutsche Politik. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der British Chamber of Commerce in Germany e.V. (BCCG).

Im Rahmen der Umfrage wurden im Juni 2020 181 europäische Unternehmen aus insgesamt acht Ländern (Italien, Vereinigtes Königreich, Schweiz, Frankreich, Spanien, Schweden, Niederlande und Deutschland) mit starkem Deutschlandbezug zu ihren wirtschaftlichen Aussichten und den erwarteten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie befragt.

Die Forderungen an die deutsche Politik

Die wesentlichste Forderung der befragten Unternehmen an die deutsche Politik betrifft Investitionen in die digitale Infrastruktur (73 Prozent). Zudem fordern mehr als die Hälfte eine intensivere Integration in die Europäische Union (54 Prozent). Die Integrationsforderung liegt sogar noch vor der Forderung nach Steuerermäßigungen (40 Prozent der befragten Unternehmen gesamt).

„Konkret erwarten die Unternehmen auf europäischer Ebene die Umsetzung lange versprochener Schritte. Darunter fallen Bürokratieabbau oder mehr Förderprogramme, zum Beispiel für Infrastruktur, Qualifikation, Export oder Selbstständige“. Das erklärt der Präsident der BCCG, Michael Schmidt. Auch die schnellere Verfügbarkeit von Informationen und konkrete Fortschritte in Sachen Krisenmanagement, Krisenvorbereitung und Prävention gehörten zu den Forderungen der befragten Unternehmen. „Eindeutiger kann das Signal an die Bundesregierung nicht sein. Es ist bezeichnend, dass dies gerade auch von Unternehmen aus der Schweiz, die ja kein Mitglied der EU ist, als auch aus dem Vereinigten Königreich, das gerade den Brexit vollzieht, gefordert wird“, so Schmidt weiter.

Deutschland gilt als sicherer Hafen

Deutschland ist bislang vergleichsweise gut mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie fertig geworden. Das zeigt sich auch in den Zukunftsaussichten der befragten Unternehmen. Zwar geben 41 Prozent von ihnen an, dass sie ihre Geschäftstätigkeit mit Deutschlandbezug nur mit großen oder sogar massiven Beschränkungen fortsetzen können. Nur drei Prozent der Teilnehmer erwarten durch die COVID-19 Pandemie jedoch eine Insolvenz des eigenen Unternehmens. Über die Hälfte (55 Prozent) der befragten Unternehmen geht gleichwohl davon aus, ohne oder nur mit minimalen Beschränkungen weiter ihrer Geschäftstätigkeit mit Deutschlandbezug folgen zu können.

„Es zeigt sich, dass europäische Unternehmen Deutschland – auch aufgrund des souveränen und professionellen Managements der Corona-Krise – als sicheren Hafen in unsicheren Zeiten wahrnehmen. Mit ihren Forderungen machen sie gleichwohl klar, was Deutschland aus ihrer Sicht tun muss, um weiterhin ein wesentlicher Stabilitätsanker in Europa und der Welt zu bleiben – wirtschaftlich und politisch“, sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Dass Großbritannien den Austrittstermin aus der EU trotz der globalen Corona-Wirtschaftskrise bis dato nicht verschieben will, wird die Position Deutschlands als Investitionsstandort im Herzen Kontinentaleuropas weiter stärken.“

Unternehmen erwarten langfristige Folgen durch Corona

Auch wenn sie mehrheitlich der Ansicht sind, dass die Auswirkungen der Pandemie sie in ihrer Geschäftstätigkeit nicht oder nur wenig einschränken, rechnen die befragten Unternehmen damit, dass die Folgen der Pandemie noch lange nachwirken werden. Insgesamt gehen zwei Drittel der Unternehmen davon aus, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie noch bis mindestens Ende 2021 anhalten. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) schätzt sogar, dass die eigenen Geschäftsaktivitäten länger als Ende 2021 von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sein werden. Weniger als ein Drittel (29 Prozent) der befragten Unternehmen glaubt, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die eigenen Geschäftsaktivitäten bereits bis Ende dieses Jahres überwunden sein werden.

Europäische Unternehmen mit Deutschlandbezug spüren vielfältige Veränderungen

Die befragten Unternehmen spüren durch COVID-19 einen Wandel auf unterschiedlichen Ebenen. Den größten Einfluss zeigt die Pandemie für die Unternehmen in veränderten Tagesroutinen und Prozessen (59 Prozent). Zudem wirken sich eine rückläufige Nachfrage (45 Prozent) und Kosteneinsparungsprogramme (28 Prozent) am massivsten auf die befragten Unternehmen aus. Circa vier von zehn Unternehmen (37 Prozent) rechnen mit sehr starken Verlusten durch die COVID-19-Pandemie.

„Bei allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die Corona-Pandemie welt- und europaweit verursacht hat, hat die Krise gleichzeitig wie ein Katalysator längst überfällige und stockende Veränderungen beschleunigt. So ermöglicht sie zum Beispiel Homeoffice-Angebote, Onlinemeetings oder sogenannte weiche Themen wie Achtsamkeit und Klimaschutz“, sagt BCCG-Präsident Michael Schmidt.

Die Pandemie zeigt europäischen Unternehmen mit Deutschlandbezug Potenziale

Trotz großer Herausforderungen, die die COVID-19-Krise verursacht, deckt die Pandemie auch Potenziale auf. Als Reaktion auf die Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie beabsichtigt fast die Hälfte (47 Prozent), innerhalb der nächsten beiden Jahre die Digitalisierung interner Prozesse voranzutreiben und zu verbessern. 40 Prozent planen das Produkt- und Serviceportfolio innerhalb der nächsten zwei Jahre zu diversifizieren. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) will die digitalen Vertriebskanäle aufwerten.

„Mit den beschlossenen Konjunkturpaketen der Bundesregierung und der EU löst sich der bisherige Investitionsstau bei digitaler und logistischer Infrastruktur und bei Zukunftsprojekten. Dies und die Regionalisierung der Lieferketten wird auch internationale Investoren ermutigen, neue Produktionsstätten in Deutschland zu errichten – sogenannte greenfield investments. Für internationale Investoren aus Europa, Amerika und Asien bietet die Krise zudem die Chance auf günstige Übernahmen“, sagt Andreas Glunz.

Über die Umfrage

Für die aktuelle COVID-19 Umfrage hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der British Chamber of Commerce in Germany e.V. (BCCG) 181 europäische Unternehmen mit starkem Deutschlandbezug im Juni 2020 befragt. Im Fokus standen ihre wirtschaftlichen Aussichten und die erwarteten Auswirkungen der COVID-19 Pandemie. Die befragten Unternehmen stammen aus Italien, UK, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Schweden, den Niederlanden und Deutschland. Mehr Informationen unter:  www.kpmg.de/covid19-europaumfrage.

Anne Kläs
Geschrieben von

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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