Connect with us

Wonach möchtest du suchen?

News

Die Gesellschaft in Verantwortungseigentum: Neue Rechtsform für Unternehmen?

Eine Reihe an Unternehmern und Wissenschaftlern sprechen sich für eine „Gesellschaft in Verantwortungseigentum“ aus und fordern einen entsprechenden Rechtsrahmen. Das soll insbesondere denjenigen Unternehmern zu Gute kommen, die aus eigenem Antrieb handeln.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung gibt es in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Nun sprechen sich mehr als 500 Unternehmer und 100 Wirtschaftsexperten für eine neue Variante dieser Rechtsform für Unternehmen aus. In einem Brief schreiben sie laut Handelsblatt, „gemeinsam für die Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft eine gesetzliche Innovation auf den Weg zu bringen: eine Rechtsform für Verantwortungseigentum“. Dieser Brief soll am Dienstag allen Abgeordneten zugestellt werden. Anschließend soll der Gesetzesentwurf mit Vertretern von CDU, SPD, FDP und Grünen diskutiert werden. Darunter sind auch die Parteichefs Annegret Kramp-Karrenbauer und Robert Habeck.

Wie sieht die neue Rechtsform aus?

Weitere Form der GmbH – Gesellschaft in Verantwortungseigentum:

 

Das „Verantwortungseigentum“ kennzeichnet eine Form des Unternehmenseigentum. Ein wesentliches Merkmal ist,  dass die Eigentümer zwar die Leitungsmacht über ihr Unternehmen besitzen, aber keinen Zugriff auf den Unternehmensgewinn und das in der Gesellschaft gebundene Vermögen haben.

Das Konstrukt der neuen Rechtsform sieht die Trennung von Stimmrechten und Vermögen vor. Die bereits bestehenden Rechtsformen seien dafür ungeeignet. Denn: Nur gemeinnützige Unternehmen können beispielsweise die wenig bekannte Form der gGmbH wählen. Zudem erlaube die klassische Genossenschaft beispielsweise „das Versilbern des gesamten Genossenschaftsvermögens zugunsten der Genossen und sieht einen für Gründer oft problematischen Demokratiezwang vor“, argumentieren die Verfasser des Briefes an die Parteimitglieder.

Außerdem verweisen die Verfasser auf eine Studie des Allensbach-Institut. Laut dieser seien 23 Prozent der großen Familienunternehmen an Modellen mit gemeinnützigen Stiftungen interessiert. Allerdings setze nur weniger als ein Prozent diese Modelle aufgrund enormer juristischer und finanzieller Hürden um. Das soll die neue Rechtsform in Angriff nehmen. Das Bundesjustizministerium prüft bereits einen entsprechenden Gesetzesentwurf.

Was bringt die neue Rechtsform?

Das zentrale Ziel der neuen Rechtsform ist, dass Unternehmer sicherstellen können, dass sich Unternehmen im Sinne ihrer Gründer dauerhaft fortführen lassen. Dabei sollen Gewinne im Betrieb verbleiben und sich mögliche Nachfolger ausschließlich an den Firmenzielen orientieren müssen. Rechtsformen wie die GmbH oder AG laut der Experten ungeeignet. Begründet wird das damit, dass diese Rechtsformen aus Unternehmen, aus juristischer Sicht, persönlich gebundenes Vermögen machen. Eine erste Gesetzesvorlage für die neue Rechtsform liegt dem Justizministerium bereits vor.

Gurpinder Sekhon
Geschrieben von

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im UnternehmerJournal.

Klicke, um zu kommentieren

Ein Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeige

Anzeige

Weitere Beiträge:

Interviews

Dario Gabriel ist der Geschäftsführer der Dario Gabriel GmbH, der Unternehmensberatung für Positionierung, Strategie und Sales. Das Ziel seiner Kunden: Marktführung. Ein Gespräch über...

Interviews

Stefan Permoser ist der Gründer und Geschäftsführer von ShopConcept. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Nicolas Sacherer unterstützt er Unternehmen dabei, ihren eigenen Onlineshop zu erstellen,...

Interviews

Was haben ein Pro-Gamer und ein Dating-Experte gemeinsam? Sie kennen die Regeln des Spiels. Und sie verstehen, wie das Prinzip funktioniert – heute ist...

News

Die Koblenzer Unternehmensberatung wächst auch in schwierigen Zeiten weiter und stellt im Juni einen neuen Umsatzrekord auf. Andreas Baulig: “Mit dem aktuellen Ergebnis machen...


Copyright © 2020 - Unternehmerjournal.de ist eine Marke des DCF Deutscher Coaching Fachverlag.

Impressum | Datenschutz